Trakehner Hengstmarkt: Hofrat-Sohn Häwelmann wurde Sieger der Hengstkörung

Für die Züchter waren die Preise nicht hoch gut genug

THE BEST - ein Traumpaar der Trakehner Körung: Der Siegerhengst Häwelmann mit seinem Ausbilder Hauke Jaeger.
Foto: Rolf Röhling

Neumünster. Der vom Elitehengst Hofrat abstammende Hengst Häwelmann ist am Sonntag auf dem Trakehner Hengstmarkt 2011 in Neumünster zum Sieger proklamiert worden. Der am 19. März 2009 geborene dunkelbraune Hengst begeisterte nicht nur die Mitglieder der Körkommission, auch das Publikum war begeistert. „Einen Junghengst mit einem solch herausragenden Schritt habe ich bei den Trakehnern noch nie gesehen“, erläuterte ein alter  Züchter aus dem Rheinland.

Ilsemarie Peters aus dem niedersächsischen Mölme ist die Züchterin des neuen Siegerhengstes der Trakehner. Bei der Tochter von Ilsemarie Peters im benachbarten Ahstedt steht der von Michael Schiele (Sieversdorf) gezogene Hengst Hofrat. Der Dressurhengst steht nach wie vor unter den Top 10 der Zuchtwertschätzung.

Der Hengst heißt fast genauso wie das weltberühmte Kinderbuch des schleswig-holsteinischen Autors Theodor Storm „Der kleine Häwelmann“ und übersetzt bedeutet das niederdeutsche Wort so viel wie „Nervensäge“. Eine Eigenschaft, die dem dunkelbraunen Häwelmann völlig abgeht. „Ein Hengst, der im Rasse- und Geschlechtstyp das Ideal verkörpert, sich stets schwungvoll durch den ganzen Körper bewegt und beim Freispringen einer der Besten war“, so der Zuchtleiter des Trakehner Verbandes, Lars Gehrmann als Sprecher der Körkommission. „Stets taktsicher, mit einem unerschütterlichen Schritt – ein wirklich vorbildlicher Siegerhengst“. Häwelmann entspringt einer leistungsgeprüften Stutenfamilie, einer Bundessiegerfamilie. Vater Hofrat stammt von Gribaldi ab.

Riesenbegeisterung galt auch den Reservesiegern und prämierten Hengsten. Erster Reservesieger wurde Herakles von Gribaldi aus der Helenah de L von Michelangelo. Ein Hengst, der in Dänemark bei Züchterin Mette Hansen zur Welt kam und von Norbert Timm auf das schleswig-holsteinische Gestüt Hohenschmark (Grebin) geholt wurde. Dort wird Herakles auch künftig bleiben. Lars Gehrmann: „Ein Edelpferd – lautlos, leichtfüssig, locker. Ein Dressurspezialist mit Ausstrahlung und Ausdruck, ein wirklich vornehmes Pferd“.

Einer der beiden Reservesieger: Der Hengst Dürrenmatt von Hirtentanz aus der Zucht von Veronika von Schöning (Gut Panker).
Foto: Rolf Röhling

Zum zweiten Reservesieger kürte die Kommission den besten Springhengst des Trakehner Hengstmarktes, den schwarzbraunen Dürrenmatt von Hirtentanz aus der Dolce Vita III von Exorbitant xx. Dürrenmatt erhielt als bester schleswig-holsteinischer Trakehner Hengst auch die Plakette des Landwirtschaftsministeriums. „Wir haben ihn zu keinem Zeitpunkt außer Form gesehen, er ist ein vielseitigst veranlagter Hengst mit drei überdurchschnittlich guten Grundgangarten“, hob Gehrmann hervor. Dürrematt stammt aus der Zucht von Veronika von Schöning (Panker), stolzer Besitzer ist das Gestüt Meyenburg im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

17 Hengste wurden gekört

Von den ausgestellten 58 Junghengsten körte die Körkommission 17 Hengste, sieben davon erhielten zusätzlich eine Prämie. Von den sieben gekörten Hengsten standen fünf nicht zum Verkauf. Die Vorsitzende des Trakehner Verbandes, Petra Wilm, erteilte in diesem Zusammenhang einer Beeinflussung der Trakehner Körkommission zugunsten ökonomischer Ergebnisse für die Auktion eine Absage. Die Entscheidung, ob ein Hengst prämiert werde, könne nicht davon abhängen, dass er auch zur Auktion komme. „Wir wollen und müssen an die Zucht denken, daran die Genetik zu sichern und den Zuchtfortschritt voran zu treiben“, so Wilm, „das kann nur gelingen, wenn die Körkommission unabhängig ist“.

Dennoch waren die Preise auf dem Trakehner Hengstmarkt nicht zufrieden stellend – besonders nicht für die Züchter. Der Siegerhengst Häwelmann wurde für 140.000 Euro nach Luxemburg verkauft, der Reservesieger Dürrenmatt von Hirtentanz  ging für die Summe von 120.000 Euro an das Gestüt Hohenschmark in Grebin.

Am Tag vor der Hengstauktion wurden die Fohlen versteigert. Mit einem Durchschnittspreis von 6.631,57 Euro der Trakehnernachwuchs „unter den Hammer“. Die beiden teuersten Fohlen gingen für jeweils 15.000 Euro  in die Schweiz und nach Dänemark.  

Von Lenski-Preis an Dieter Trepkau

Noch bevor der Siegerhengst in der Holstenhalle proklamiert wurde, ehrte der Trakehner Verband verdiente Züchter und Mitglieder der großen Trakehner Familie. Dieter Trepkau aus Langniendorf ist seit mehr als vier Jahrzehnten sowohl als Züchter, als auch in verschiedenen Funktionen mit der Trakehner Zucht verbunden. Dieses Engagement würdigte der Verband mit der Verleihung des Dietrich-von-Lenski-Gedächtnispreises. Sportliche Erfolge im Jahr 2011 standen im Mittelpunkt der Verleihung der Dr.-Fritz-Schilke-Plakette in Silber. Jürgen von Gierke (Wiepelnbusch) ist der Züchter des erfolgreichsten Trakehner Dressurpferdes 2011 King Arthur TSF von E.H. Buddenbrock a. d. Konsula von EH Consul. King Arthur wurde mit der Verbandsvorsitzenden Petra Wilm u. a. Landesmeister von Schleswig-Holstein/Hamburg.

Dr. Mechthild Bause (Lohmen) ist Züchterin des erfolgreichsten Trakehner Springpferdes 2011, Der Dürer TSF von Waitaki a. d. Dalmatika von Trafaret, der mit Vielseitigkeits-Weltmeister Michael Jung für Furore sorgt.  

Erfolgreichstes Vielseitigkeitspferd ist TSF Karascada M von Heraldik xx a.d. Karatschi II von Anduc, und deren Züchterin ist  Frau Hannelore Meier aus neu-Anspach. Bei den Fahrpferden beeindruckte Gilberto Gold von Latimer a. d. Goldperle VII von Anduc aus der Zucht von Ingo Wittlich, Neuberg.

Mehr Informationen im Internet: www.trakehner-verband.de

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