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EM Senioren-Voltigieren: Zweimal Gold zum Abschluss
Seniorteam und Pas de Deux gewinnen Finals in Frankreich / Deutschland im Medaillenspiegel klar vorn
Le Mans/FRA (fn-press). Volle Ausbeute beim Abschluss der Europameisterschaften in Le Mans: Die deutschen Voltigierer haben bei den letzten beiden Entscheidungen der kontinentalen Titelkämpfe in Frankreich das Maximum herausgeholt. Das Team Neuss-Grimlinghausen siegte im Königswettbewerb der Seniorteams vor der Schweiz und Osterreich. Das Duo Theresa-Sophie Bresch (Tübingen) und Torben Jacobs (Ganderkesee) schob sich im zweiten Umlauf noch an den Britinnen Joanne und Hannah Eccles vorbei auf das oberste Podest. In der Endabrechnung steht Deutschland klar an der Spitze des Medaillenspiegels.
Das Seniorteam des RSV Neuss-Grimlinghausen hat Nervenstärke bewiesen. Beim Finale in Le Mans zeigten die deutschen Vertreter von Trainerin und Longenführerin Jessica Schmitz ihre beste Kür der Saison und überholten damit in der Endabrechnung die Schweiz, die sich nach der ersten Kürrunde vor die Deutschen gesetzt hatte. Beim letzten EM-Auftritt der Equipe gelang sogar der Sprung über die Neuner-Grenze. 9,073 Punkte bedeuteten zum einen die Tagesbestnote, zum anderen einen Vorsprung vor der Schweiz von drei Zehnteln. Dieses Ergebnis reichte in der Endabrechnung, um sich an der bis dato führenden Mannschaft von Monika Winkler-Bischofberger vorbeizuschieben. Deutschland kam auf 8,3 Zähler, die Schweiz auf 8,247 (zweite Kür: 8,761). „Wir waren heute nicht perfekt, aber viel besser als gestern“, sagte Jessica Schmitz, die nach dem unerwarteten gestrigen Absturz eine schlaflose Nacht hinter sich hatte. Auf dem Rücken von Arkansas kämpften sich ihre Sportlerinnen – darunter Vizeweltmeisterin Antje Hill und WM-Bronzemedaillengewinner Simone Wiegele (beides im Einzel) – zurück und sorgten für den ersten deutschen Championatstitel bei den Seniorteams nach 2008 (WM-Gold für VV Ingelsberg in Brno/CZE). Fünf der sechs Richter sahen die Rheinländer vorn. Hill war stolz auf sich und ihre Mitstreiterinnen. „Wir haben uns zusammengerissen und richtig gut durchgezogen“, kommentierte die erleichterte Psychologiestudentin. Sie lieferte zugleich den Grund für den unerwartet schwachen ersten Kürumlauf: „Nach dem Sturz am Anfang der Kür waren wir komplett raus und vor allem uneinig, wer welche Elemente weiterturnt. Dadurch haben wir keine Sicherheit mehr bekommen.“ Platz drei ging an den Titelverteidiger aus Österreich. Die Vertreter der Alpenrepublik kamen im Finale auf 8,505 Punkte, gesamt auf 7,98. „Das ist das, was wir uns im Vorfeld ausgerechnet hatten“, erklärte Manfred Rebel, Bundesreferent der Österreicher, im Anschluss.
Der goldene EM-Abschluss in Le Mans wurde von Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs komplettiert. Das Duo hatte vor dem Finale – ebenso wie Neuss – noch auf Silberkurs gelegen. Mit einer nahezu fehlerfreien Darbietung auf Musik des Balletts Schwanensee zogen die Deutschen mit 8,546 Punkten aber noch an den führenden Geschwistern Joanne und Hannah Eccles (8,395) aus Großbritannien vorbei. Die Titelentscheidung war die engste der gesamten Meisterschaft. Lediglich acht Tausendstel trennten die Konkurrenten in der Endabrechnung - 8,419 (1.) und 8,411 (2.). „Ich kann es noch gar nicht glauben“, freute sich Bresch, die sich mit Jacobs vor allem in der Harmonie mit Pferd Cyrano (Longenführerin Doris Marquart) im Finale nochmals deutlich steigern konnte. Platz drei ging nach Österreich an Lukas Wacha und Jasmin Lindner, die auf Black Beat (Martina Seyrling) angetreten waren. Die zweite deutsche Vertretung, Sophie Hofmann und Moritz Wolf (beide Köln), verzeichnete mit einer der schwersten Choreografien der gesamten Konkurrenz auf Flashlight (Kai Vorberg) einen Sturz und blieb dadurch auf dem fünften Rang.
Im Medaillenspiegel der Europameisterschaft (Junioren und Senioren) setzte sich die deutsche Equipe mit sieben Mal Edelmetall klar durch. Viermal erklang zur Siegerehrung die deutsche Hymne. Einmal gab es Silber, zweimal Bronze. Lediglich bei de Einzel-Juniorinnen ging die aus Warendorf entsandte Equipe leer aus. Neben Neuss-Grimlinghausen und Bresch/Jacobs hatten das Juniorteam Hamburg und Thomas Brüsewitz (Garbsen) für goldene Momente gesorgt. Die größten Überraschungen angesichts des vorangegangenen Saisonverlaufs waren die Silbermedaille der erst 18-jährigen Sarah Kay (Sörup) und die Bronzemedaille von Viktor Brüsewitz (Garbsen). Ebenfalls Bronze gewann Benjamin Kley (Salzmünde), der einzige Vertreter aus den neuen Bundesländern, bei den Juniorherren.
Medaillenspiegel
- 1. Deutschland: 4 (Gold) / 1 (Silber) / 2 (Bronze) / 7 (Anzahl gesamt)
- 2. Großbritanien: 1 / 1 / 0 / 2
- 3. Schweiz: 1 / 1 / 0 / 2
- 4. Italien: 1 / 0 / 1 / 2
- 5. Österreich: 0 / 3 / 2 / 5
- 6. Frankreich: 0 / 1 / 0 / 1
- 7. Dänemark: 0 / 0 / 2 / 2
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