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EM Senioren-Voltigieren: Neuss gewinnt mit Traumnote

Deutsches Team dominiert Pflicht / Schweiz und Österreich auf den Rängen zwei und drei

Le Mans (fn-press). Das deutsche Seniorteam hat den Pflichtumlauf bei den Europameisterschaften im Voltigieren gewonnen. Die Mannschaft des RSV Neuss-Grimlinghausen setzte sich mit einer Traumnote von 7,661 Punkten deutlich vor die Konkurrenz aus der Schweiz (7,373) und Österreich (7,189).

Der Daumen von Bundestrainerin Ursula Ramge ging nach oben. Auch Jessica Schmitz war erleichtert. „Wir sind super in den Wettkampf reingekommen“, sagte die Longenführerin und Heimtrainerin der Rheinländer. Ihre sieben Sportlerinnen, darunter Einzel-Vizeweltmeisterin Antje Hill und WM-Bronze-Gewinnerin Simone Wiegele, hatten die insgesamt 49 Übungen auf dem Rücken ihres 13-jährigen Westfalen-Wallachs Arkansas fast fehlerfrei absolviert. Auf der Anzeigetafel im französischen Pferdesportzentrum Boulerie Jump stand folglich der Name der deutschen Equipe am Ende ganz oben. „Ich habe schon beim Einlaufen eine unheimliche Energie gespürt“, beschrieb Schmitz. Diese Kraft hätten ihre Voltigiererinnen dann „super transportiert“. Bedeutet: Der Ausdruck hat selbst die „Minifehler“ (Zitat Schmitz) retuschiert. Aufgrund der gewohnt exakten Ausführung der Pflichtelemente setzten drei der vier für die turnerische Leistung zuständigen Wertungsrichter die Neusserinnen auf Rang eins. Zudem war Arkansas mit 7,3 und 7,0 Punkten das beste Pferd des acht Teams umfassenden Teilnehmerfeldes.

Nach dem Auslauf aus der Wettkampfarena mussten die Deutschen mit ihren zahlreich angereisten Fans noch eine Dreiviertelstunde warten. Erst dann waren auch die stärksten Konkurrenten – Österreich und die Schweiz – mit ihrer Pflicht in die kontinentalen Titelkämpfe gestartet. An die beachtliche Hausmarke aus Neuss kamen sie aber nicht heran. Die Schweizer landeten auf ihrem Pferd Will be Good auf Rang zwei. Longenführerin und Trainerin Monika Winkler-Bischofberger hatte damit zwar das Ziel verpasst, sich möglichst dicht hinter den in dieser Saison bislang ungeschlagenen Favoriten aus Deutschland zu platzieren. Sie konnte sich dennoch über 7,373 Zähler und damit knapp zwei Zehntel Vorsprung vor Österreich freuen. Die Titelverteidiger aus der Alpenrepublik mussten sich auf Libretto (Longenführerin Maria Lehrmann) mit 7,189 Punkten zufrieden geben, liegen aber mit einem vollen Punkt Vorsprung vor Großbritannien (6,19) sicher auf Medaillenkurs.

Die Schmitz-Athletinnen machten zum Auftakt der Königsdisziplin des Voltigiersports (Senior-Teamwettbewerb) indes den ersten wichtigen Schritt in Richtung „Mission Gold“. Diese klare Zielvorgabe hatte Ramge vor den kontinentalen Titelkämpfen ausgerufen. Die Neuserinnen können in den beiden folgenden Kürumläufen nun etwas gelassener antreten. Auf Sicherheit wollen die Deutschen aber nicht turnen, verspricht Schmitz. Vor der Pflicht sei sie nervös gewesen, gesteht die 30-jährige Diplom-Sportwissenschaftlerin. Nun nicht mehr. „Denn bei der Kür weiß ich, dass sie läuft.“ Spätestens am Sonntag um 17 Uhr zur Siegerehrung steht fest, ob Deutschland nach zwei Jahren ohne Championats-Titel wieder ganz oben steht.

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24. Mai 2012

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