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FEI Weltcupfinale: Historischer Doppelerfolg für deutsche Voltigier-Damen

Simone Wiegele gewinnt Weltcuppremiere

FEI Weltcup-Finalwertung Damen:
(v.l.) Platz 2: Ante Hill (GER), Platz 1: Simone Wagner (GER) und Agnes Wehrhan (Longe), Platz 3:
Anna Cavallaro (ITA) und Nelson Vidoni (Longe).
Foto: Raimund Hesse

FEI Weltcup-Finalwertung Herren
(v.l.) Platz 2: Nicolas Andreani (FRA) und Maina Jooten Dupont (Longe), Platz 1: Patrick Looser (SUI) und Alexandra Knauf (Longe), Platz 3: Viktor Brüsewitz (GER) und Irina Lenkert (Longe).
Foto: Raimund Hesse

Leipzig (fn-press). Simone Wiegele (Grevenbroich) geht als erste Voltigier-Weltcupsiegerin in die Geschichtsbücher ein. Die 25-jährige WM-Dritte von Kentucky verwies beim Weltcupfinale in Leipzig ihre Trainingskollegin Antje Hill (Neuss) auf den zweiten Platz. Beide voltigierten auf Arkansas, vorgestellt von Agnes Werhahn. Dritte wurde die Italienerin Anna Cavallaro mit Harley.

Bereits im ersten Umlauf am Freitag zeichnete sich zwischen den beiden Trainingskolleginnen ein Kopf an Kopf-Rennen um den Finalsieg ab. Am Ende überzeugte die Deutsche Meisterin Wiegele die Wertungsrichter mit einer gestalterisch anspruchsvollen und sportlichen Kür. Als letzte Starterin des Finals erhielt sie mit 8,613 Punkten (gesamt 8,467 Punkte) im zweiten Umlauf deutlich mehr Punkte als Vizeweltmeisterin Antje Hill (8,233/gesamt 8,240), die heute nicht ganz mit ihrer Trainingskollegin mithalten konnte. „Das ist großartig. Ich kann es noch gar nicht fassen“, freute sich die glückliche Siegerin der Weltcuppremiere. „Das kann mir keiner mehr nehmen“, so Wiegele.

Im Gegensatz zum ersten Umlauf, zeigten sich alle Voltigierer und Pferde im Finale deutlich verbessert. „Wir haben Weltklasseleistungen gesehen. Das war ein historisches Highlight für den Voltigiersport“, bewertete Bundestrainerin Ulla Ramge (Warendorf) den Wettkampf. „Ich freue mich natürlich riesig über den Doppelerfolg von Simone und Antje und habe immer noch eine Gänsehaut.“ Insbesondere freute sich Ramge darüber, dass beide Voltigiererinnen an die Leistungen bei den Weltreiterspielen in Kentucky anknüpfen konnten.

Das gute Abschneiden der deutschen Damen rundeten Pia Engelberty (Köln/7,453) mit Sir Bernhard RS von der Wintermühle (Longenführer Kai Vorberg) und Ines Jückstock (Hamburg/6,980) mit Lamenticus (Ruth Jückstock) mit den Plätzen vier und sieben ab.

 

Mit der Gesamtwertnote 8,710 gewann der Schweizer Patrick Looser auf Record RS von der Wintermühle das erste FEI Weltcup-Finale Voltigieren.
Foto: Raimund Hesse

 

Den dritten Finalplatz erreichte Viktor Brüsewitz (GER) auf Airbus.
Foto: Raimund Hesse

 

Die Bürde des Favoriten hatte auch Patric Looser aus der Schweiz. Der Schüler vom deutschen Ausnahmevoltigierer Kai Vorberg (Köln) hielt dem Druck stand. Nachdem er sich gestern noch dem Franzosen Nicolas Andreani geschlagen geben musste, überholte er den Franzosen mit einer eindrucksvollen Leistung im zweiten Umlauf. „Das war meine bislang beste Leistung und die Kür war auch noch besser als bei meinem Sieg in Kentucky,“ sagte Looser. „Wenn du die Chance hast, Geschichte zu schreiben, willst du sie auch nutzen. Es ist toll, dass es funktioniert hat, insbesondere weil Nicolas ein Weltklasseturner ist.“ In Leipzig ging Looser mit seinem WM-Pferd Record RS von der Wintermühle an den Start und erreichte 8,710 Punkte.

Europameister Andreani leistete sich in seiner heutigen Kür ungewohnte Unsicherheiten in der Ausführung der Elemente und kam mit Idefix de Braize am Ende auf 8,513 Punkte. Dritter wurde der erst 21-jährige Viktor Brüsewitz aus Garbsen mit Airbus (Irina Lenkeit), der nach zwei gelungenen Umläufen 8,017 Punkte erreichte. „Für Viktor ist das ein prima Erfolg und er hat die Erwartungen voll erfüllt. Jetzt muss er daran arbeiten, die Lücke zu den beiden Erstplatzierten zu schließen“, sagte die deutsche Cheftrainerin.

Der zweite deutsche Teilnehmer, Lokalmatador Daniel Kaiser (Deltizsch), zeigte sich im zweiten Umlauf deutlich verbessert. Sein Nachwuchspferd Down Under (Katja Putzke) legte die Nervosität aus dem ersten Umlauf etwas ab, so dass Kaiser im Finale aufholen konnte. In der Gesamtwertung landete er auf dem sechsten Platz (6,817).

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24. Mai 2012

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