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Bundesnachwuchschampionat: Westfalenteams gewinnen Uvex-Trophy

Johnna Hölscher und Flora Reemtsma gewinnen die Einzelwertungen

Warendorf (fn-press). Einen zweifachen Heimsieg feierten am Wochenende die Westfalen beim Bundesnachwuchschampionat in Warendorf. In beiden Abteilungen – Ponys und Pferde – sicherten sich die westfälischen Vielseitigkeitsreiter die Uvex-Trophy. Darüber hinaus gab es Gold für Ponyreiterin Johanna Hölscher (Emsdetten) mit Nemo. Lediglich der Sieg in der Einzelwertung der Kategorie Pferde ging an eine Reiterin von außerhalb Westfalens. Hier gewann die für den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern startende Einzelreiterin Flora Reemtsma (Groß Walmstorf) mit Sarotti.

Theorie, Laufen, Springen, Dressur, Vormustern und Geländeritt: Sechs Teildisziplinen müssen beim Bundesnachwuchschampionat von den Jugendlichen bewältigt werden. In der Abteilung Pferde setzten sich Jana Ottensmeier (14, Salzkotten) mit Clichy, Sandra Baumscheiper (15, Steinfurt) mit Fantastic Finn, Katharina Rickert-Schulte (15, Erwitte) mit Sunny Girl, Maximilian Fritsch (15, Ennepetal) mit La Fayette und Jonas Scholz (15, Sendenhorst) und Wirbelwind mit insgesamt 389 Punkten gegen die Mannschaft aus Hannover (383,9) und das Mixteam aus Berlin-Brandenburg / Sachsen (372,9) durch. Die gleichmäßigste Leistung des westfälischen Quintetts zeigte Jana Ottensmeier, die mit dem 20-jährigen Clichy in diesem Jahr bereits Zweite bei der Goldenen Schärpe war. Mit 7,9 im Springen, 8,2 in der Dressur und einer 8,4 im „Busch“ zuzüglich ihrer Noten in den nicht-reiterlichen Disziplinen landete die 14-Jährige auch beim Nachwuchschampionat auf dem zweiten Platz.

Unangefochtene Nummer eins war allerdings die 14-jährige Flora Reemtsma, die mit der in der Familie gezogenen Hannoveraner Rappstute Sarotti bereits beim Geländeritt ein Zeichen setzte. Für ihr Rhythmusgefühl, das gute Grundtempo und ihre Art, die Sprünge anzureiten, vergaben die Richter die Wertnote 9,5. Ein zweiter Sieg, dieses Mal im Springen, folgte. Hier gab es die 8,7 für das Paar. Lediglich in der Dressur wünschten sich die Richter gelegentlich „etwas mehr Frische im Trab“ und eine etwas aktivere Einwirkung, vergaben allerdings für das gefühlvolle Reiten eine 7,7. Für Flora Reemtsma war es der zweite Start beim Bundesnachwuchschampionat. Bereits 2009 startete sie in Warendorf mit ihrem Pony Pamira LK, mit dem sie im vergangenen Jahr Mannschaftvizeeuropameisterin wurde und gerade erst von der Pony-EM 2011 zurückkehrte.

Der Sieg in der Dressur ging an Reemtsmas EM-Mitstreiterin Rebbeca-Juana Gerken (Rümpel) mit Elektra, in der Einzelwertung reichte es für sie allerdings nur zum 20. Platz. Die Bronzemedaille holte sich Antonia von Baath (Salzhausen) mit Largo, dicht gefolgt von der rheinland-pfälzischen Einzelreiterin Celine Geissler (Frankenthal) mit Lucky Luciano und Sandra Baumscheiper vom westfälischen Team.

Ein Gesamtergebnis von 386,7 Punkten verhalf den vier westfälischen Ponyreitern Laura Hartken (13, Saerbeck) mit Top Nubia, Yannick Busch (14, Borken) mit Deistar, Johanna Hölscher (14, Emsdetten) mit Nemo sowie den beiden Warendorferinnen Annabell Miesner (14) mit Pinot Orange und Kristina Weitkamp (14) mit der Der Botte zum Sieg. Das Quartett verwies damit das Team Baden-Württemberg, das bis zum Vormustern als vorletzte Teilprüfung noch geführt hatte, auf Platz zwei (37,2).

Dritter wurde mit 367,2 Punkten das niedersächsische Mix-Team, dem neben vier Hannoveraner Damen auch ein junger Mann aus Weser-Ems angehörte. Mit gerade einmal zehn Jahren war Calvin Böckmann (Lastrup) der Jüngste, sein 21-jähriges Pony das Älteste im Starterfeld. Das Paar beendete seine Warendorf-Premiere auf Platz 20 in der Einzelwertung.

Auch im Kampf um den Sieg in der Einzelwertung lieferten sich Westfalen und Baden-Württemberg in persona ihrer Reiterinnen Johanna Hölscher und Katja Wolf (Ditzingen) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Springen ging der Sieg an Wolf mit Puccini (8,5), in der Dressur attestierten die Richter Hölscher den besten Ritt (9,0). Im Gelände machte wieder die Schwäbin das Rennen. Sie startete als Letzte auf den Kurs, direkt nach ihrer Konkurrentin. Beide Reiterinnen überzeugten durch einen flüssigen, jederzeit kontrollierten Ritt. „Es macht es wirklich sehr schwer, wenn zwei so gute Paare am Schluss kommen“, sagten die Richter, die sich die Entscheidung nicht einfach machten. Wolf erhielt eine 9,1. Hölscher bekam ein Zehntel weniger, an ihrem Gesamtsieg war damit nicht zu rütteln.

Auch die Bronzemedaille ging nach Westfalen, an Yannick Busch mit Deistar. Vierte wurde Camilla Vreden (Bad Honnef) mit Orchid's Carla, den fünften Platz sicherte sich eine weitere Baden-Württembergerin, Sarah Schmierer (Erdmannhausen) mit Moonlight Kiss.

Pechvogel der Ponytour war Celine Geissler, die neben ihrem Pferd auch die zehnjährige Rappstute Heiligenberg’s Normadie vorstellte und bis Geländeritt mit Abstand führte. Beim Wassereinsprung passierte dann das Malheur: die Stute strauchelte und Celine kam aus dem Sattel. Das bedeutete Ausschluss und damit auch keine Punkte in der am höchsten bewerteten Teildisziplin. „Das ist sehr schade. Wir können verstehen, wenn Du jetzt enttäuscht bist. Bis dahin sah alles sehr gut aus, da gab es kaum etwas zu beanstanden. So was kann leider mal passieren“, spendeten die Richter Trost.

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24. Mai 2012

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