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EM Vielseitigkeit: Deutsche Mannschaft nach Dressur auf Platz zwei

Fontainebleau/FRA (fn-press). Bei den Vielseitigkeits-Europameisterschaften im französischen Fontainebleu haben die Deutschen und Briten am zweiten Tag die Rollen getauscht. Lagen nach der ersten Hälfte der Dressur die Reiter von Bundestrainer Hans Melzer (Putensen) in der Mannschafts- und Einzelwertung in Führung, mussten sie diese Positionen heute an das britische Team abtreten.

In der Einzelwertung hatte am Donnerstag - nach der Hälfte aller Teilnehmer - noch Frank Ostholt (Warendorf) mit Air Jordan die Nase vorn gehabt. Am Freitagvormittag schloss dann zunächst seine Teamkollegin Ingrid Klimke (Münster) mit FRH Butts Abraxxas zu ihm auf. Die Lautsprecherdurchsage sah die Deutsche Meisterin zunächst sogar 0,2 Punkte vor Ostholt, doch das Ergebnis wurde später berichtigt. Beide beendeten die Prüfung mit 39,2 Minuspunkten. Doch noch während Klimke nach ihrem Ritt mit den Pressevertretern sprach, brauste erneut Jubel auf der Tribüne auf - dieses Mal im britischen Lager. Mit einem Resultat von nur 37,9 Minuspunkten unterbot Kristina Cook mit Miners Frolic knapp das Ergebnis der beiden Deutschen und ging damit in Führung.

"I'm no dressage queen", wunderte sich Cook selbst über ihr Abschneiden. Sie sollte aber nicht die Einzige mit diesem Ergebnis bleiben. Am Nachmittag zog Oliver Townend, der mit Flint Curtis in diesem Jahr bereits die Vier-Sterne-Prüfungen in Badminton und Burghley gewinnen konnte, nach und besetzte gemeinsam mit seiner Teamkollegin die Spitzenposition. Mit ihren Ergebnissen sorgten beide Reiter zugleich auch für die Führung ihrer Mannschaft (117,3 Minuspunkte) vor dem deutschen Quartett (123,4) und Frankreich (128,6).

Der deutsche Schlussreiter, Andreas Dibowski (Egestorf) mit Euroridings Butts Leon, kam mit 45,4 Minuspunkten nicht über Platz 17 hinaus. "Ich schreie nicht gerade 'hurra'", kommentierte "Dibo" sein Ergebnis. "Ich war sehr zufrieden mit meinem Pferd, das trotz der Anspannung sehr konzentriert und gut gegangen ist. Es war mir aber auch klar, dass ich nicht unter 40 Punkte kommen würde. Die Richter sind sehr streng hier."

Am Ende zogen sie allerdings doch noch einmal hohe Noten. So überrundeten neben den beiden Briten auch Titelverteidiger Nicolas Touzaint vom Gastgeberland Frankreich mit Tatchou (38,1/Platz drei), Tim Lips (Niederlande) mit Van Schinjndels Congrex Owaola (38,5/Platz vier) und Karin Donckers (Belgien) mit Gazelle de la Brasserie (38,7) das Gespann Klimke/Ostholt, das damit von Platz sechs in die morgige Geländeprüfung startet.

Mit dem zweitbesten deutschen Ergebnis beendete der deutsche Einzelreiter Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Gagdet de la Cere die Dressur (39,6/Platz acht). Michael Jung (Horb), mit FBW La Biosthetique Sam der "Pathfinder" im deutschen Team, hatte die Strenge der Richter ebenfalls  zu spüren bekommen und belegt mit 45,0 Minuspunkten Platz 15. "Was unsere Reiter hier gezeigt haben, war so wie wir es erwartet haben", sagte Bundestrainer Hans Melzer (Putensen). "Der Einzige der ein bisschen aus dem Rahmen gefallen ist, war Kai-Steffen Meier." Die Rappstute Karascada M des Championatsneulings aus Waldbröl hatte auf dem Viereck "unter Strom" gestanden und sich schon von Kleinigkeiten ablenken lassen. Mit einem Ergebnis von 61,2 Minuspunkten rangiert das Paar vor dem Geländeritt auf dem 54. Platz von insgesamt 65 Teilnehmern aus 18 Nationen.

Noch aber ist nichts entschieden. Für morgen steht erst einmal als zweite Teilprüfung der Geländetest auf dem Programm. "Und es liegen alle wahnsinnig eng beieinander", sagte Hans Melzer. Die knapp 6.000 Meter lange, von Pierre Michelet konzipierte Strecke wird allgemein als anspruchsvoll eingeschätzt. "Als reell schwer", bezeichnete Andreas Dibowski den Championatskurs. "Das wird hier keine Kaffeefahrt." "Es wird generell schwer werden, 'in die Zeit' zu reiten", sagte Bundestrainer Hans Melzer (Putensen).

Einer, dem er das zutraut, ist Michael Jung. Der Championatsneuling, der in diesem Jahr nicht nur die Vier-Sterne-Prüfung in Luhmühlen, sondern auch das Weltcupfinale in Strzegom gewinnen konnte, geht morgen als erster Deutscher auf die Strecke und soll seinen Teamkollegen beweisen, "dass es geht." Dabei profitiert der 25-Jährige von dem noch frischen Geläuf auf der Strecke. "Die Veranstalter haben sich hier unheimlich Mühe gegeben, den Boden zu präparieren. Aber es ist doch damit zu rechnen, dass er im Laufe der Prüfung tiefer wird", so Melzer.

Der stärkste Galoppierer im Team, Euroridings Butts Leon von Andreas Dibowski, wurde daher zum deutschen Schlussreiter bestimmt "Er hat dafür den Vorteil, schon genau zu wissen, wie die Prüfung läuft und ob es ratsam ist, an der ein oder andere Stelle doch lieber die Alternative zu wählen, als auf geradem Weg einen 'Vorbeiläufer' zu kassieren", so der Melzer.

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24. Mai 2012

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