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Traditionsturnier Gahlen überzeugt auch 2011
Präzision wie immer, Michael Freund zirkelte seinen Vierspänner auf 5,40 Meter. |
Gahlen/NRW. Mit der traditionellen Hengstschau und zwei schweren Springprüfungen ging das nationale Hallenreitturnier Gahlen 2011 zuende und Turnierchef Heiner Nachbarschulte blickt zufrieden auf die 17. Auflage der Veranstaltung zurück. Rund 9000 Zuschauer, recht gleichmäßig auf alle drei Turniertage verteilt, besuchten das Turnier des RV Lippe-Bruch Gahlen, standen Schlange wegen Pommes Frites oder am leckeren Kuchenbufett, besahen sich sonntags die Hengste renommierter Stationen wie Schult, Schurf Rohmann, Rüscher-Konermann, Bröring, Ferienhof Stücker oder Sportpferde Krüsterhof. Friesen vom Gestüt Cznotka, ein Lusitano von Caballo de la Luz und auch zwei vierbeinige Beamte vom Landgestüt Warendorf präsentierten sich in einem gut dreistündigen Programm in der Reithalle an der Nierleistraße.
„Wir sind zufrieden mit unserem Starterfeld und auch mit dem Besucherstrom“, so Nachbarschulte, „genaue Zahlen haben wir zwar noch nicht, aber erkennbar war der Freitag sehr gut besucht, der Samstag wie immer ebenfalls sehr gut und der Sonntag gut. Da hatten wir manchmal auch mehr Zuschauer.“ Für den RV Lippe-Bruch Gahlen ist die Veranstaltung kein reiner Selbstzweck – schon seit Jahr und Tag werden die Einnahmen in die Halle und in die Jugendarbeit investiert.
Der Hengstschau folgten zwei schwere Springen und damit verbunden auch ein Besucheraustausch. Die Zuchtspezialisten gingen, die reinen Sportfans kamen und sahen zwei Amazonen siegen. Vanessa Borgmann vom RV Jagdfalke Brünen jumpte im Stechen des Zwei-Sterne-S in 35,92 Sekunden ohne Fehl und Tadel auf den zweiten Rang vor Carsten-Otto Nagel (Wedel). Der Mannschafts-Weltmeister steuerte seine zehn Jahre alte Holsteiner Stute Rarität in 36,27 Sekunden ins Ziel. Julia Gorski vom RV Alt Marl holte sich mit Exitos Pleasure den Sieg im letzten schweren Springen von Gahlen 2011.
Prost Wombel
Mit 17 Jahren darf man auch als Pony schon mal an die Bar. Ponywallach Wombel – vor dem Großen Preis aus dem Turniersport verabschiedetes Erfolgsmodell von Carolin und Miriam Zell – inspizierte persönlich die nach ihm benannte Bar in der Reithalle an der Nierleistraße. Die Wombel-Bar öffnet künftig immer zum nationalen Hallenreitturnier in Gahlen und der sportive Schimmel wurde von seinen Besitzern einfach mal mit an die Theke genommen. Unbekannt ist, welche Drinks Wombel orderte.
Freund schlägt Freund
Schon am Samstagabend zirkelte der mehrmalige Mannschafts-Weltmeister und Rekord-Weltcupsieger der Vierspänner, Michael Freund (Dreieich) so enge Kehrtwendungen, dass der alte Rekord von 5,80 Meter geknackt wurde. Am Sonntag spannte Freund erneut nach der Hengstschau Gahlen 2011 vier Pferde an und schlug sich selbst. Auf 5,40 Metern wendete der erfolgreichste deutsche Fahrer sein Gespann. Das begeisterte einen Johannes Nienhaus, einst Inhaber eines Möbelfachbetriebes so sehr, dass er Michael Freund ein exklusives Sitzmöbel übergab – Mr. Fahrsport erhielt einen Deutschlandstuhl, eines der letzten Exemplare der 1989 in limitierter Auflage hergestellter Stühle. Die Rückenlehne entspricht der Deutschlandkarte.
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