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Christian Ahlmann - Zurück auf Los
Für Bundestrainer Otto Becker bald wieder eine Kader-Option
Balve/Marl. Christian Ahlmann, einer der besten Stilisten im Springsattel, hat eine schwere Krise durchleben müssen, bei der manch einer vermutlich das Handtuch geworfen hätte.
Während der Olympischen Spiele in Hong Kong wurde sein Pferd Cöster positiv auf Capsaicin getestet. Unwissentlich hatte Christian Ahlmann das Mittel verabreicht, aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das musste der Nationenpreis-Reiter schmerzlich erfahren, als die FEI eine viermonatige Sperre für ihn festlegte und die FN den Springreiter zudem für weitere Monate von Championaten ausschloss. Eine Maßnahme, die verglichen mit anderen Fällen der Vergangenheit unangemessen hart erscheint.
Doch die FN hatte beschlossen härter durchzugreifen, um Fälle von Doping und unerlaubter Medikation fortan vollständig zu verhindern. Und derjenige, bei dem diese neue Einsatzbereitschaft Anwendung fand – war Christian Ahlmann. Ein schwerer Schlag. Dass ihm die gute Laune in der ersten, besonders schweren Zeit nicht ganz abhanden gekommen ist, verdankte er dem Zuspruch durch Freunde; Familie und auch seiner Mäzenin Marion Jauß, die stets zu ihm stand. Doch diese dunklen Tage gehören inzwischen der Vergangenheit an.
Um Renommee und finanziellen Verlust wieder auszugleichen, wird es einige Zeit in Anspruch nehmen. Der ambitionierte 35-Jährige gibt aber so leicht nicht auf und getreu dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ hat er die championatsfreie Phase nicht einfach ausgesessen, sondern intensiv mit den Pferden gearbeitet, junge Pferde präsentiert, Nachwuchskandidaten weiter nach vorne gebracht. Erfolge haben sich dabei nicht nur gelegentlich sondern in großer Anzahl eingestellt.
So konnte Christian Ahlmann zum Beispiel mit dem von seinem Vater Georg gezogenen 6-jährigen Westfalen-Wallach Charles die Konkurrenz bei der Weltmeisterschaft der jungen Pferde in Lanaken auf die Plätze verweisen. Bei Großen Preisen war er sowohl mit jungen Pferden wie auch mit Routiniers erfolgreich unterwegs, in Youngster Touren stand er ebenso auf den Plätzen weit vorne wie bei Zeitspringen oder technisch gebauten, anspruchsvollen Parcours. In den vergangenen Wochen konnte der Doppel-Europameister des Jahres 2003 neben dem Sieg im Großen Preis von Mannheim auch den dritten Platz im Großen Preis von Redefin für sich verbuchen.
Bundestrainer Otto Becker hatte bereits frühzeitig vermeldet, nach Ablauf der Sperre werde Christian Ahlmann wieder berücksichtigt, vorausgesetzt die Leistung stimme. Und dass die stimmt, daran gibt es keinen Zweifel. Da wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sich der Springreiter wieder in der Liga der Besten einreihen darf, die bei Nationenpreisen die deutschen Farben vertreten. Christian Ahlmann hat die Weichen für seine Zukunft ganz klar auf Erfolg gestellt.
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