Banner

Wer ist online?

Wir haben 535 Gäste online

Interview Meredith Michaels-Beerbaum

Raisdorf. Sie war nur zu Fuss unterwegs bei der Baltic Horse Show in Kiel: Meredith Michaels-Beerbaum. Die erfolgreichste Springreiterin der Welt, jahrelang Nummer eins der Weltrangliste und der quicklebendige Beweis dafür, das „klein und zierlich“ in den schwersten Parcours` dieser Welt ganz groß rauskommt, erwartet Anfang 2010 ihr erstes Kind.

Während Ehemann Markus Beerbaum das tat, was den Alltag des Ehepaars bestimmt – reiten - schaute seine Frau mit mehr Zeit und Muße als gewöhnlich auf Reiter und Pferde bei der Baltic Horse Show. Und sprach mit den Lübecker Nachrichten über ein Thema, das für immer mit ihrem Namen verbunden ist. Über den Erfolg der Frauen im Springsport – und über Schleswig-Holsteins beste Amazonen Janne Friederike Meyer (Schenefeld) und Inga Czwalina (Fehmarn).

Bevor Sie auf der Bildfläche erschienen, gab es im deutschen Springsport außer Helena Weinberg keine Frauen in deutschen Championatsequipen. Ist Ihnen bewusst, dass Sie wie ein Initialfunken gewirkt haben?

  • Michaels-Beerbaum: „Als ich 1991 nach Deutschland kam, habe ich gewusst, dass es hier fast keine Frau im Springsport gab. Helena war schon dicht vor einem Championats-Einsatz, dann wieder nicht. Als ich mich reingekämpft hatte und 1999 in der Mannschaft für die Europameisterschaft war, wusste ich auch, dass ich damit eine Tür öffnen kann. Genauso gut hätte die Tür aber auch zufallen können, wenn ich nicht gut gewesen wäre in Hickstead. Mir ist das damals bewusst gewesen. Ich bin auch stolz darauf, dass ich vielen Frauen und Mädchen Mut gemacht habe.“

Es fällt auf, dass es eine gebürtige Britin (Weinberg) und eine gebürtige US-Amerikanerin waren, die als Frauen in Deutschland Erfolg im Parcours hatten. Ist es in den USA selbstverständlicher, dass Frauen im großen Sport arbeiten?

  • Michaels-Beerbaum: „Ja, das ist so. Es gibt erstens viel mehr Frauen im Springsport und die reiten auch lange auf hohem Niveau. Da wurden und werden nie Unterschiede gemacht Mann oder Frau, das ist ganz selbstverständlich.“

Inga Czwalina zählt zu den besten Reiterinnen aus Schleswig-Holstein, welche Eigenschaften schätzt Meredith Michaels-Beerbaum an Inga Czwalina?

  • Michaels-Beerbaum: „Inga hat schon über viele Jahre hinweg junge Pferde ausgebildet und hat vor allem immer wieder gezeigt, dass sie das Beste aus diesen Pferden herausholen kann. Die kämpfen immer für sie. Das ist ein Talent, wenn man so ausbilden kann.“

Also wäre es nicht ungewöhnlich, Sie international noch häufiger zu sehen – vorausgesetzt sie kann gute Pferde behalten?

  • Michaels-Beerbaum: „Das ist ein großer Punkt. Wenn Pferde immer wieder verkauft werden, dann kann man sich nicht oben etablieren. Mir wäre es nicht anders ergangen: Wenn Shutterfly verkauft worden wäre, dann hätte ich wohl kaum die Chance gehabt, soweit zu kommen. So geht es vielen Reitern, das ist Teil des Geschäftes.“

Was zeichnet Janne Friederike Meyer aus?

  • Michaels-Beerbaum: „Ich finde, sie ist eine große Kämpferin, sie will gewinnen, sie hat keine Angst und viel Ehrgeiz. Sie macht alles richtig. Es gehört ja mehr dazu als Talent. Janne macht auch das Management gut. Das ist auch wichtig.“

Was braucht eine Reiterin, respektive ein Reiter, um in die Top-Ten zu kommen?

  • Michaels-Beerbaum: Oh je – da braucht man viel. Talent allein reicht nicht, gute Pferde allein reichen auch nicht, man benötigt auch ein gutes Management und damit meine ich Planung, Zielsetzungen, man muss arbeiten und lernen, man braucht Ehrgeiz. Alles zusammen macht das Wesentliche aus.

Sind Frauen im Sport offener für Ideen und Strategien, um erfolgreich zu sein?

  • Michaels-Beerbaum: „Nein das glaube ich nicht, das ist nicht auf Frauen begrenzt. Die guten Männer im Springsport sind auch so.“

Sie sind die erfolgreichste deutsche Springreiterin auf internationalem Parkett, wünschen Sie sich mehr Frauen in ihrem Sport?

  • Michaels-Beerbaum: „Ja schon. Wir hatten mal vier Frauen unter den Top-Ten der Weltrangliste der Springreiter, also fast 50 Prozent, da war ich echt stolz drauf. Insgesamt hatte ich damit gerechnet, dass viel schneller mehr Frauen in den deutschen A-Kader kommen. Es ist fast elf Jahre her, dass ich die erste Reiterin im A-Kader war und da könnten jetzt schon mehr drin sein. Ich bin überrascht davon, dass das noch nicht passiert ist. Ich finde, die sollten sich einfach mal trauen.“

Comments are now closed for this entry

23. Mai 2012

Kostenlos: PDF-Special

Banner

Lesezeit: Mythos Cowboy

Banner
Banner

PDF-Newsletter-Service

Sie möchten regelmäßig über Themen auf PferdeSportzeitung_de über unseren Newsletter-Service informiert werden? Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter - OHNE jede Verpflichtung. Bitte nachstehend Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse eintragen und auf Newsletter ANMELDEN klicken. Die Nutzungsbedingungen (AGB Newsletter) müssen bestätigt werden.
Nutzungsbedingungen