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Galopp: Köln, München, Gotha, Hoppegarten und der Rest der Welt mit Top-Rennen

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Galopp: Köln, München, Gotha, Hoppegarten und der Rest der Welt mit Top-Rennen
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Jockey-Weltrekord per 14. August 2010
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11.000 Sieg für JockeyRussel Baze / ein weiteres Gruppe-I-Rennen geht durch Godolphins Campanalogist nach England / Goldikova nach zehn Gruppe-I-Siegen in Deauville auf schwerem Boden geschlagen, und Scalo gewinnt im französischen Seebad für Andreas Wöhler auf Gruppe II-Ebene / 1000 Siege für Filip Minarik, und der 14. in Folge für Overdose - Zenyatta gewinnt auch ihr 18.Rennen in Folge / Quality Road geschlagen / O’Briens Zoffany glänzt in den Phönix Stakes, und Amerika hat einen neuen Sprint-Star.

Jorge Ricardo war am Samstag auf Argentiniens Palermo Kurs mit drei Siegen zwar erfolgreicher, aber ein einziger Treffer in Santa Rose reichte dem in Kalifornien lebenden Russel Baze aus, um als erster Jockey der Welt den 11.000. Sieg im Rennsattel feiern zu können. Bleiben beide gesund, dürfte beim nächsten vollen Tausender wohl der in Argentinien reitende Brasilianer wieder an der Spitze stehen, denn bei der Vielzahl der Rennen hat er ganz andere Möglichkeiten.

Die Voraussetzungen im Rheinland Pokal (Gruppe I, 2400 m, 155.000 Euro, dreijährige und ältere Pferde) waren nicht gut, denn das ohnehin kleine Feld war wegen der Bodenverhältnisse durch zwei weitere Abmeldungen auf fünf geschrumpft, und die Aussichten auf einen heimischen Sieg ohne Schlenderhans Wiener Walzer ohnehin bei „fast Null“. Der harte Fährhofer und Globetrotter Quijano (4.) ist in die Jahre gekommen und bevorzugt auch besseres Geläuf, und die junge Hoffnung, der Union-Sieger Zazou (Terry Hellier), der sich dennoch großartig schlug, ließ erneut durchblicken, dass 2400 m für ihn doch ein Stück zu weit sind.

Der skandinavische Gast Apple Au Maitre (F. Johannsen) nahm sofort die Spitze, ließ es aber, ehe er zu Beginn der Gegenseite ein besseres Tempo anschlug, ganz gemächlich angehen und brachte das kompakte Feld auch noch in die 600 m lange Zielgerade. Dort griff Adrie de Vries, der als „Ersatz“ für Frankie Dettorie in den Sattel von Campanologist gestiegen war, recht schnell an, übernahm außen die Führung und bekam innen die Gesellschaft von Mario Hofers Zazou, der neben dem von S-B. Suroor betreuten Engländer zunächst kräftig mitmischte. Aber je weiter der Weg auf den letzten Metern wurde, desto mehr ließ der Dreijährige abreißen, während Campanologist immer stärker wurde und leicht gewann. Apple Au Maitre kam nochmals wieder und fing den nachlassenden Union-Sieger, der als Favorit antrat, und der mit seinem Speed auf gutem Boden sicherlich besser aufgehoben ist, genau auf der Linie für das zweite Platzgeld noch ab. Man hätte ihm, und - wettermäßig - auch dem Kölner Rennverein, der ein schönes Programm anbot, mehr Glück gewünscht.

Wenn auch Zazou auf 2000 m wahrscheinlich noch bessere Ware ist, und Wiener Walzer bei passendem Geläuf wieder ordentlich „tanzt“, so sieht es derzeit in der deutschen „Gruppe-I-Spitze“ dennoch sehr mager aus, denn auch der zehnfache Sieger Campanalogist hat, bei aller Klasse, noch nicht bewiesen, dass er auf knallhartem Gruppe-I-Level erfolgreich bestehen kann.

Die großartige Französin, Vorjahressiegerin und 17:10 Favoritin Goldikova ( O. Peslier (Tr. F. Head), die bisher 13 von 18 Starts gewonnen, und fast 3 Millionen Euro auf ihrem Konto hat, wurde ausgerechnet in Europas teuerstem Meilenrennen, dem Prix du Haras Fresnay-le-Bufford – Jaques Le Marois (Gruppe I, 1600 m gerade Bahn, 600.000 Euro) geschlagen, und bleibt somit weiterhin gemeinsam mit ihrer Landsmännin Misque, mit 10 Gruppe-I-Erfolgen das erfolgreichste Rennpferd dieser Art in Europa, seit die Gruppenwertung in den 1970er Jahren eingeführt wurden. Die fünfjährige Anaaba-Tochter, die auf so schwerem Boden aber noch nie ihre beste Form zeigte, schlug aber nicht der Engländer Paco Boy, der auch keinen tiefen Boden mag und in Ascot bis auf ein Köpfchen zu ihr aufgelaufen war, sondern der dreijährige Franzose und Dubawi-Sohn Makfi, der erstmals Christophe Soumillon im Sattel hatte, und sich in Newmarket als 340:10-Chance auch in den 2000 Guineas durchsetzen konnte. Der vom M. Delzangles vorbereitete Hengst gewann nun sein fünftes Rennen beim sechsten Start, und hatte davor lediglich in Roayl Ascot enttäuscht, doch könnte das auch an der Linienführung gelegen haben. Hinter dem 46:10-Sieger blieb alles beim Alten: Goldikova wurde Zweite, und ihr mehrfacher Widersacher Paco Boy (R. Hughes / Richard Hannon) Dritter. Damit unterstrich auch Christoph Soumillon einmal mehr seine große Form in Deauville, wo ihm vor diesem Renntag in den letzten fünf Jahren bei 338 Ritten 98 Siege gelangen, und er Klassejockeys wie Oasquier (335 / 85) und Peslier (322 / 71).

Eine Etage tiefer war der Prix Guillaume d’Ornano (Gr. II, 2000 m, 130.000 Euro) angesiedelt, und diesen gewann der von Andreas Wöhler trainierte, und für 13.000 Euro nachgenannte Ittlinger Lando-Sohn Scalo (M. Gyon) vor Godolphins Wealthy und Black Spirit. 94:10 konnten seine Anhänger auf den Erfolg des leichten Siegers an der Totokasse abholen.

Filip Minarik (35) gewann am Sonntag im dritten Rennen auf The Desert Saint (Trainer Jan Puppen, NL) sein 1000. Rennen. Der gebürtige Tscheche und zweite Mann am Asterblüte Stall von Peter Schiergen ritt im April 1996 – damals noch für Trainer Hubert Fanelsa –in Hoppegarten sein erstes Rennen in Deutschland, und musste auf den letzten Punkt zum Tausender einige zeit warten. 2005 avancierte der sympathische Jockey auch zum Deutschen Champion, und ist aus der deutschen Jockey-Szene schon lange nicht mehr wegzudenken.

Ungarns Sprinter-Sensation, der fünfjährige Overdose, gewann am Sonntag in Budapests Kincem Park auch seinen 14. Lebensstart, und bleibt weiterhin ungeschlagen. Der Hengst, der als Dreijähriger Furore machte, danach lange am Huf laborierte, in Frankreich und England behandelt wurde, und vor einigen Wochen in Bratislava – nach behutsamen Ritt – seinen 13. Erfolg nur knapp einfuhr, hat beim 14. mit einem überlegenen Erfolg über 1000 m bestätigt, dass er wieder auf dem besten Wege, und für einen Start in Baden-Badens „Goldener Peitsche“ (1200 m, Gruppe II) gerüstet ist. Viel zu schlagen hatte er natürlich nicht, denn Ungarns 2007 Triple Crown Sieger Saldenzar, der auf die kürzere Strecke zurückging, und Spinning Crystal, der 2009 beim Jahresdebüt zu ihm Zweiter war, sind keine Gegner von Format. Dennoch war sein Reiter Garry Hind, der ihn auch auf dem sehr schlechten Geläuf in Bratislawa sehr schonend gesteuert hatte, mit der erheblichen Verbesserung sehr zu frieden, zumal der Trainer vorher schon der Meinung war, dass der Ungeschlagene acht bis 10 Kilo „besser laufen wird“, obwohl der Schlussgalopp am Dienstag gar nicht so glücklich war, denn Overdose hatte dabei am verletzten Huf wieder ein Eisen verloren, doch hielt eine zusätzliche „Klebemasse“, so dass es kein wirkliches Problem gab. Ob Christophe Soumillon, der am Sonntag wegen der Deauville-Verpflichtungen nicht in seinen Sattel steigen konnte, oder der ausgefuchste Garry Hind wieder im Sattel sitzt, bleibt abzuwarten.

Im kalifornischen Del Mare setzte Rinterval am 7. August in den „Clement L. Hirsch-Stakes“ (Gruppe I, 1700 m, Dirt, Dreijährige, 300.000 Dollar) an der Spitze eine gemächliche Fahrt, die Zenyattas Reiter Mike Smith schon Mitte des Schlussbogens zwang, seine fünfte Position – sechs bis acht Längen hinter dem Führenden – aufzugeben, und in vierter Spur in die Gerade zu kommen, wo die Street Cry-Tochter und Breeders Cup Classic-Siegerin die Lage sofort beherrschte. Insgesamt war sie aber viel zu früh an der Spitze, stellte die Ohren auf, und hielt die Angelegenheit für erledigt. Das war auch der Grund, weswegen der sich nochmals aufrappelnde Tempomacher noch bis auf einen Hals auflaufen konnte. Zenyatta (Trainer John Shireffs), die ihre dritten Hirsch-Stakes, und ihr 12. Gruppe-I-Rennen gewann, hat am 7. August bei ihrem historischen 18. Sieg in Folge mit ihren Gegnern aber nicht viel mehr als gespielt.

Ganz anders war es am gleichen Tag im Withney Handicap (Gruppe I, 1700 m, Dirt, 750.000 Dollar) in Saratoga, denn der Favorit Quality Road (John Velazquez), der in dieser Saison mit drei Siegen äußerst beeindruckte, und sofort an die Spitze ging, ließ im Endkampf die letzte Frische vermissen, und musste sich – mit fünf Pfund mehr im Sattel als sein schärfster Gegner - nach erbittertem Kampf über die letzten 200 Meter dem von weiter hinten kommenden Arch-Sohn Blame (Garret Gomez / Trainer Al Stall), der sein fünftes Rennen in Folge gewann, mit einem Kopf beugen. Musket Man und Hykesfield, die das vom Favoriten gesetzte Tempo fast Kopf-Kopf mitgingen, landeten chancenlos auf den Platzen drei und vier, während der Kentucky Derbysieger von 2009, Mine That Bird, keinerlei Akzente setzen konnte. Zeit des Siegers:1:48,88 Minuten.

Auf dem irischen Curragh traten am 8. August in den Gruppe I-Phönix Stakes (Zweijährige, 1200 m, 116.000 Euro dem Sieger) nur sieben Starter an, und vier davon kamen aus Aidan O’Briens mächtigem Ballydoyle Stall. Als Favorit galt allerdings Richard Hannons Rahy-Sohn Strong Suit (R. Hughes), der den späteren Sieger in Royal Ascot noch mehr als acht Längen hinter sich gelassen hatte. Und es war auch dieses Pärchen, dass sich zum Kampf engagierte, als die Zeit gekommen war, doch hatte der Dansili-Hengst Zoffany unter J. Murtagh die besseren Karten, und ganz zum Schluss schob sich auch noch Glor Na Mara (K. Manning / Trainer Jim Bolger) an dem englischen Favoriten vorbei.

Amerika scheint einen neuen Sprinter-Star zu haben, denn wie der Harlan’s Holiday-Sohn Majesticperfection (S. Bridgmohan) am 8. August in Saratoga mit seinen Gegnern im A.G. Vanderbilt Handicap (Gruppe I, Dirt) über die 1200 m umsprang, war enorm am Start nicht sofort perfekt, erschien der spätere Sieger sehr schnell an der Spitze, diktierte dort das Pensum, setzte sich in der Gerade vom Feld ab, und gewann mit fast drei Längen Vorsprung gegen Big Drama, der vier Pfund weniger im Sattel hatte, sehr sicher. Der von Steve Asmussen trainierte Sieger begann im Januar mit einem Erfolg in der Sieglosen-Klasse, gewann beim vorletzten Versuch den Iowa Sprint, und nun auf höchster Ebene beim fünften Start auch sein fünftes Rennen. Ziel des Vierjährigen, der die sechs Furlongs in einer Minute und 8,63 Sekunden erledigte, ist nun der Breeders Cup Sprint. Godolphins Gruppe-I-Sprinter Gayego kam hinter Majesticperfection nur auf Platz vier eins.



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23. Mai 2012

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