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Reining: FEI krempelt Reining-Regelwerk massiv um

Abreite-Skandal Malmö ist für die FEI abgeschlossen / Für Rüpel-Reiner keine Sanktionen

Lausanne/SUI. Die Vorfälle bei den FEI World Reining Finals im schwedischen Malmö im Mai diesen Jahres haben beim Welt-Reitverband (FEI) in Lausanne deutlich Eindruck hinterlassen: Der Reiningausschuss hat nun die Ergebnisse dreier Arbeitsgruppen vorgestellt, die in eine deutliche Reformierung des Regelwerkes für die nicht-olympische Disziplin Reining münden.

Das neue Regelwerk soll, so die FEI, genau definieren, welche Trainings- und Abreitemethoden für die Reininglektionen „sliding stops, spins und back up’s“ auf FEI-Veranstaltungen angewandt werden dürfen, welche Gebiße und Sporen eingesetzt werden dürfen und wie viele FEI-Stewards mindestens auf den Turnierplätzen anwesend sein müssen.

Ein ganz deutliches Zeichen geht zudem an die anderen Reiningorganisationen, vor allem an die National Reining Horse Association USA (NRHA). Jedem Verband, dessen Regelwerk nicht vollkommen mit dem der FEI übereinstimmt, wird in Zukunft nicht mehr erlaubt werden, FEI Reining Events zusammen mit seinen eigenen Klassen zu veranstalten.

Im Klartext bedeutet das, dass Turniere wie die FEI World Finals oder die FEI-Europameisterschaft in Zukunft nicht mehr mit NRHA-anerkannten Shows zusammen stattfinden können, sollte sich die NRHA USA nicht in Gänze dem neuen FEI-Regelwerk anpassen.

Auch vor dem Hintergrund der World Reining Finals in Schweden sehe sich die FEI besonders gefragt, den Tierschutz im Reiningsport besonders zu betonen, meint FEI Director Non-Olympic Sports Ian Williams: „Die Arbeit der letzten sieben Monate hatte zum Ziel, dass wir neue Reining-Regeln finden, die sicherstellen können, dass nicht nur das Wohlergehen der Pferde sichergestellt wird, sondern auch unsere Offiziellen in der Lage sind, diese auch durchsetzen zu können.“

Keine Ruhmestat: FEI schließt die Akte World Reining Finals Malmö

Mit einer recht faden Begründung schließt die FEI gleichzeitig die offiziellen Ermittlungen um die Vorfälle in Schweden während der World Reining Finals, die vor allem durch das Videomaterial der schwedischen Organsiation epona TV ausgelöst wurden. epona TV hatte u.a. den FEI World Reining Reserve Champion Craig Schmersal beim Abreiten seiner achtjährigen Stute Miss Lil Addy Tude gezeigt, bei dem ein massives Checken der Pferde sowie das Stoppen gegen die kurzen Seiten der Arena zu sehen war. Auch der deutsche DOKR-Kaderreiter Nico Hörmann (Bünde) stand in der Kritik, sein Pferd beim Abreiten überfordert zuhaben. Bundestrainer Kay Wienrich sprach seinerzeit von einer grenzwertigen Situation. Weitere Stellungnahmen vom deutschen Reiningverein und von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ev. FN gab es dazu nicht.

Ohne die ungeschnittene Rohfassung der Aufnahmen, die epona.TV der FEI nicht zur Verfügung stellen wollte, sei eine weitere Aufarbeitung der Vorfälle nicht möglich, so die FEI in ihrer offiziellen Stellungnahme. Nach der Anhörung von FEI Honorary Steward General for Reining, Eric Straus, der als Chief Steward in Bökebergs Gård fungierte, seien lediglich mündliche Verwarnungen ausgesprochen worden, u.a. wegen zu langem Abreitens, gegen die Bande reiten (Fencing), übermäßig harter Hand, übermäßig hartem Einsatz von Sporen und dem Versuch, nach den Ritten noch weiter zu trainieren. Ohne weiteres Beweismaterial sehe sich die FEI aber ausserstande, weitere Sanktionen gegen die Reiter zu verhängen.

Neues NRHA-Reglement wird von den Europäern begrüsst

Die Ankündigung der NRHA USA, ab 2012 neue Regeln zum Tierschutz und der Medikation der Pferde auf allen NRHA-Shows einzuführen, erhält derweil bei den europäischen Reiningverbänden positive Resonanz. Die NRHA Switzerland „begrüsst diesen wegweisenden Entscheid sehr“, wie es heisst und „sieht sich mit diesen Entscheiden in ihren Anstrengungen, sauberen und fairen Sport zu fördern, bestätigt.“

Ähnliche Worte finden die Finnen, die bereits im Vorfeld in einem Letter Of Support entsprechende Regeländerungen gefordert hatten: „Die NRHA USA muss nun der allgemeinen Auffassung zu Tierschutz und Medikation folgen und sicherstellen, dass diese Regeln entsprechend umgesetzt werden.“

Deutschlands Reiningverein schweigt noch

Von der NRHA Germany gibt es zu den Ankündigungen der NRHA USA bislang keine Stellungnahme. Dort wartet man gespannt auf das Ergebnis eines Dopingtests, der auf dem NRHA Breeders Derby Ende Juni in Kreuth von allen drei Richtern angeordnet wurde.

Und erst im Dezember 2010 wurde dem Rheinland-Pfälzer Steffen Breug (Reichweiler) der Deutsche Meisterschaftstitel FN Reining 2009 aberkannt, nachdem die auf dem Index stehende Substanz Dexamethason gefunden wurde. Ergänzend der Hinweis, dass Breug seinerzeit ein Beschwerdeverfahren gegen die Entscheidung der Disziplinarkommission vor dem Großen Schiedsgericht anstrebte, allerdings ohne Erfolg.

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23. Mai 2012

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