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Reining-Video Malmö: Stellungnahmen Hörmann, Wienrich und FN

Im Rahmen des FEI-Weltcupfinals Reining im schwedischen Malmö hat es strittige Trainingssituationen gegeben. Das dänische Internetportal Epona-TV veröffentlichte jetzt Videosequenzen einiger Abreitesituationen und konfrontierte damit die betroffenen Reiter. Darunter auch Nico Hörmann (Bünde), Mitglied des deutschen Championatskaders Reining, der dazu wie folgt Stellung bezieht:

„Wenn ich das Video im Nachhinein betrachte, erkenne ich einige Trainingsituationen, die grenzwertig sind und teilweise auch nicht schön aussehen. Das werde ich in Zukunft versuchen, besser zu machen. Den Vorwurf des aggressiven Reitens kann ich so nicht stehen lassen. Aggressives Reiten sieht für mich anders aus. Intensives Training darf nicht mit Quälerei verwechselt werden, aber auch nicht dahin ausarten. Wenn ich mich auf einen großen Wettkampf vorbereite, stellt sich immer die Frage, wie weit ich gehen kann. Nur wenn ich mit meinem Pferd fair umgehe, arbeitet es mit mir zusammen.

Die Videoaufnahme ist nur ein Zusammenschnitt eines fast einstündigen Trainingsprozesses. Ich habe meinem Pferd immer wieder ausgiebige Schritt- und Erholungsphasen gegeben. Zudem gab es vier Stewards, die sehr genau hingeschaut haben, ob die Pferde regelkonform gearbeitet werden. Eine Ermahnung habe ich nicht erhalten. Ich bin der Meinung, dass die Stewards insgesamt einen guten Job machen.“

Die Bewertung von Bunndestrainer Kay Wienrich (Ravensburg)

„Herr Hörmann wurde während einer einstündigen von Stewards (u.a. Chiefsteward Eric Strauss) überwachten Trainingseinheit gefilmt. Diese Filmsequenz zeigt ihn beim Training für die ‚run downs’ und ‚sliding stops’, dem wohl spektakulärsten und auch schwierigsten Manöver der Reiningaufgabe. Turniererfahrene Pferde werden in diesen Trainingssequenzen dazu angehalten, die volle Länge der Arena durchzugaloppieren, da diese Pferde wissen, an welchen Stellen in der Prüfung die Stopps gefragt werden und dazu neigen, diese dann vorwegzunehmen. Zudem ist es erforderlich, dass das Pferd während der gesamten Länge der Bahn gleichmäßig Tempo aufbaut, bis der Reiter das Anhalten verlangt. Die Wand wird als optische Barriere verwendet. Das Pferd soll auf keinen Fall gegen die Wand geritten werden.

Die abgebildete Trainingssituation ist grenzwertig und sollte so nicht sein. Daraus zu schließen, dass Herr Hörmann ‚aggressiv’ trainiert, halte ich für überzogen. Bei einer Vorbereitung zu einem Weltcup-Finale versuchen natürlich alle Reiter ihre Pferde ‚auf den Punkt’ zu bringen. Dies ist legitim, rechtfertigt aber natürlich nie unfaires Verhalten dem Pferd gegenüber. Herr Hörmann hat sich über diese Vorwürfe sachlich und selbstkritisch geäußert, wie ich es als Bundestrainer von meinen Kaderreitern nicht anders erwartet habe.“

Die Meinung der FN

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) nahm die Stellungnahme Hörmanns zur Kenntnis. „Wir begrüßen es, dass Nico Hörmann sein Abreiteverhalten kritisch reflektiert. Genauso wichtig ist es aber, dass bestehende Regeln einer jeden Disziplin immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden, so wie es derzeit durch die FEI in der Reining erfolgt. Das Wohlergehen des Pferdes muss an oberster Stelle stehen“, sagte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

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23. Mai 2012

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