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EM der Reiter mit Handycap: „Goldangie“ gewinnt Einzel-Gold

Angelika Trabert und ihre beeindruckende Karriere

Ein großer Moment für Angelika Trabert, sie gewann mit Londria Einzel-Gold.
Foto: privat

Dreieich. Während im  Land  die Diskussion um die Zukunft des deutschen Reitsports die Medien beherrschen, gewinnt mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit die deutsche Mannschaft der Reiter mit Handycap bei den FEI Europameisterschaften in Kristiansand, Norwegen, gleich neun Medaillien. Das  Einzelgold für Angelika Trabert  ist dabei die bisherige Krönung einer einzigartigen Karriere.

Mit sechs Jahren saß Angelika Trabert  das erste Mal auf einem Pferd. Nach dem Abitur 1987 folgte ein Medizinstudium in Marburg und Frankfurt. Seit 1996 arbeitet die promovierte Medizinerin als Assistenzärztin für Anästhesiologie an der Uni-Klinik in Mainz. 1990 erwarb sie das Reiterabzeichen der Klasse IV und der Klasse III. Es folgten die Ausbildungen zum Reitwart (Trainer C) und zum Ausbilder im Reiten als Sport für Behinderte. Das Reiterabzeichen der Klasse II legte sie 1999 ab, mit ihrem eigenen Pferd. Die Prüfung zum Trainer A (Amateurreitlehrer) folgte zwei Jahre später im Landgestüt Dillenburg (Hessen).

Pferde sind ein wichtiger Faktor im Leben der Angelika Trabert.
Foto: privat

Ein beeindruckender Lebenslauf. Vor dem Hintergrund, dass Angelika Trabert ohne Beine und mit einer Fehlbildung der rechten Hand geboren wurde,  fast unglaublich.  Ihre bisherige sportliche Bilanz:

  • 1991: WM 1 x Gold, 1 x Silber
  • 1994: WM 1 x Gold, 1 x Silber
  • 1996: Sommer-Paralympics 1996, 2 x Silber
  • 1999: WM, 3 x Silber
  • 2002: EM ,1 x Silber
  • 2005: EM, 1 x Silber
  • 2007: WM, 1 x Silber
  • 2008: Paralympics , 2. Platz mit der Mannschaft in Peking

“It´s ability not disability that counts!” So das Motto und der Antrieb für ihre  Leistungen. Nachdem ihr langjähriges Spitzenpferd Ghazim 2003 nicht mehr im Sport einsetzbar war, bildete  sie  die Stute Walmorel bis zur Championatsreife aus. Derzeit ist Angelika Trabert mit der 8-jährigen Hannoveraner Stute Londria unterwegs, mit ihr  gelang  der ersehnte Einzeltitel.  

Ein Erfolgsteam: Londria, Angelika Trabert und Trainerin Michaela Brähler.
Foto: privat

Reiten ist aber nicht die einzige Sportart, die Angelika strahlen läßt. Im Winter auf Skiern und im Sommer auf dem Motorrad, das ist für sie der Rausch der Geschwindigkeit - auch ohne Beine möglich.  Die dritte Dimension erlebt Angelika Trabert im Wasser, mal  schwimmend, mal  tauchend.

Nicht nur im Sattel sportlich aktiv, auch beim Abfahrtslauf in der richtigen Spur.
Foto: privat

Die Silbermedaillie für die Equipe mit Hanne Brenner, Bettina Eistel und  Britta Näpel war dieses Mal nur die Zugabe und der Anreiz für die nächsten Championate, wo die Vormachtstellung der Engländer  angegriffen werden soll. Der Anfang wurde hierzu bereits gemacht, denn der Vorsprung mit denen die Reiter von der Insel gewannen, war mit 1,59 % denkbar knapp.

Doppelgold für Angelika Trabert ist also ein durchaus realistisches Ziel,  denn "ability not disability counts" und die ist ohne Zweifel vorhanden.     

Mehr Informationen im Internet: www.angelika-trabert.de

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23. Mai 2012

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