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FEI Weltcupfinale Leipzig: Überlegener Oranje-Dressursieg für Adelinde Cornellissen

Deutschland reitet hinterher: Platz drei für Ulla Salzgeber

 

 

Verdient das Weltcupfinale Dressur gewonnen: Adelinde Cornellissen und Parzival,
Foto: Raimund Hesse

Leipzig. Erst die Weltreiterspiele in Kentucky 2010, und nun auch noch im Weltcupfinale von Leipzig. Wieder schickte die derzeit aktuelle und auch angesagte Dressurnation Holland ihre deutschen Kollegen auf die hinteren Plätze. Adelinde Cornelissen (NED) und ihr 14 Jahre alter Parzival ließen in der abschließenden Kür keinen Zweifel daran, dass sie auf Sieg reiten, und so war es auch. Zu Schwanensee- und Nussknacker-Klängen des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski(1840-1893) stellte sie einmal mehr ihre Klasse und die ihres vierbeinigen Partners unter Beweis. Rundum ein großartiger Ritt, mit viel Bereitschaft zum Risiko in den ausgeprägten Lektionen wie starker Trab und Galopp sowie in der Pi-Pa-Tour. Das Ergebnis der Jury: 84,804 Prozentpunkte, die für ihren ersten Titel im Weltcupfinale standen.

Mit dem sechsten Platz im Leipziger Weltcup Dressurfinale wäre Nathalie zu Sayn-Wittgenstein (DEN) schon zufrieden gewesen. Es wurde mehr. Viel mehr! Musikalisches wurde sie von Leonard Bernsteins Musik begleitet, die Ausführungen der Kürlektionen brachte Nathalie Xenia Margareta Benedikte Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg auf den rühmlichen Punkt. Insider erkannten schnell, dass die Mannschafts-Bronzegewinnerin von Hongkong 2008 mit dem Dänenhengst Digby, übrigens aus eigener Zucht, für das Weltcupfinale intensiv gearbeitet hatte. So gut wie keine Schwächen in der Aufgabe, dafür viele Stärken - umsonst gab es keine 80,036 Prozent, der zweite Platz.

Die letzten großen Erfolge liegen einige Jahre zurück, unter anderem olympisches Mannschafts-Gold und Einzel-Silber 2004 in Athen sowie mehrere vordere Plätze in nationalen und internationalen Dressurprüfungen der Grand Prix-Klasse. Auf dem Leipziger Weltcup-Parkett meldete sich Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen/Bayern) mit dem 1999 geborenen rheinischen Fuchswallach Herzruf's Erbe mit einer eindrucksvollen Kür zurück. Die ehemalige Schüler des großen Reitmeisters Fritz Tempelmann († August 1991) überzeugte bereits im Grand Prix und ging in der Kür aufs Ganze. Starke Trabpassagen, fast fehlerfreie Galoppstrecken und gute Übergänge in der Pi-Pa-Tour bestimmten die Vorstellung. Das Ergebnis war der bronzene Weltcupplatz mit 78,821 Prozentpunkte. Ihr Fazit: „Wir sind absolut auf dem richtigen Weg. Sicherlich wäre heute mehr möglich gewesen, denn Herzi ging verspannter als im Grand Prix. Mein Pferd ließ sich heute von der Kulisse beeindrucken. Für ihn ist alles neu, aber das muss er lernen. Es ist schön zu sehen, dass wir wieder mit den Besten mithalten können.“

Für Isabell Werth (Rheinberg/Niederrhein) wird Leipzig vermutlich als „ich war dabei …“ in die Turnierchronik 2011 eingetragen werden, denn es lief gar nicht gut für die 42-jährige Top-Reiterin der internationalen Dressurwelt. Mit dem Hannoveraner Satchmo hatte Werth ein paar nicht so optimale Augenblicke in der Küraufgabe, die ironischerweise mit dem Schlager „Ein bisschen Spaß muss sein …“ begann. Ein touchieren auf die Viereckbegrenzung an der kurzen Seite ließ den Braunen erschrecken. Auch ein paar Augenblicke später mussten die Richter ein paar Fehler entsprechend benoten. Zum Schluss reichte die 77,143 Prozentpunkte für den fünften Platz. Isabell Werth gab sich nach dem Ritt relativ locker und gelassen: „Das ist Schicksal und kann passieren. Satchmo hat gezeigt, dass er mit seinen 17 Jahren noch immer frisch und frech ist. Es sah nicht so aus, als müsste er schon in den Ruhestand.“
Ein weiterer siebter Platz in der deutschen Platzierungsstatistik war unter Helen Langehanenberg (Havixbeck) verzeichnet, sie erreichte auf Damon Hill NRW den siebten Rang mit 74,946 Prozentpunkte.

Bundestrainer Holger Schmezer (Verden) zog nach der Kür eine durchwachsene Bilanz: „Es wäre mehr drin gewesen. Aber die Ergebnisse sind in Ordnung. Alle drei hatten heute Patzer und waren insgesamt nicht in der Form des Grand Prix am Donnerstag.“

Die nächsten Championate - DM in Balve (16.-19. Juni) und CHIO Aachen (8.-17. Juli) werden zeigen, wer aus dem Leipziger Starterfeld das Ticket für die Europameisterschaft Dressur im niederländischen Rotterdam (17.-21. August) erreiten wird. Mit Blick auf die Dressur-EM wird es die deutsche Equipe nicht einfach haben. Die Oranje-Equipe wird alles versuchen, dass der Mannschafts- und Einzeltitel im Land bleibt. Und ob der viel gepriesene „Wunderhengst Totilas“ der Joker für die deutsche Mannschaft sein kann, wird sich noch herausstellen. Vor allem muss Totilas-Reiter Matthias Alexander Rath erst noch den leistungsbezogenen Beweis bringen. In einer Show zu reiten ist eine Sache, sich für eine EM zu qualifizieren ist ein ganz anderes Thema, um nominiert zu werden.

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23. Mai 2012

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