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FEI fordert Dressurausschuss zum Rücktritt auf
Dicke Luft bei den Frackreitern
Lausanne. Ein Rumoren war bereits in der vergangenen Woche unüberhörbar – jetzt kam die offizielle Bestätigung: Der FEI-Vorstand hat den eigenen Dressurausschuss zum Rücktritt aufgefordert.

Die Vorsitzende Mariette Withages denkt nicht an Rücktritt.
Foto: Heinz Kieslich
Mangel an Flexibilität in wichtigen Schlüsselfragen wird dafür vom Weltverband in einer dürren Pressemitteilung angegeben. Der Ausschuss arbeite isoliert und spiegele nicht mehr die Interessen der Dressurwelt wider. An einer Interims-Lösung arbeite die Zentrale in Lausanne bereits, um die Arbeit aufrecht zu erhalten, während die strategische Ausrichtung der Dressur betrachtet werden müsse. Welche Personen dafür in Frage kämen, werde in Kürze bekannt gegeben.
Der FEI-Dressurausschuss selbst denkt indes keineswegs an Rücktritt. Vorsitzende Mariette Withages (Belgien) wollte die Vorgänge nicht kommentieren, bestätigte jedoch, das die Ausschussmitglieder einen Rückzug nicht in Erwägung zögen.
Zum Gremium gehören außer der Belgierin auch der Italiener Dr. Vincenzo Truppa als Vertreter der Veranstalter, Monica Theodorescu (Sassenberg) als Vertreterin des International Dressage Riders Club und Dr. Dieter Schüle (Ansbach). Die Japanerin Minako Furuoka scheide im November ohnehin aus.
Der Rücktrittsaufforderung waren einige Meinungsverschiedenheiten voraus gegangen. So wandte sich der Ausschuss nach dem vielfach aufgegriffenen Interview von FEI-Präsidentin Haya bint al-Hussein im englischen Magazin Horse and Hound an die Präsidentin um das Unverständnis über die Äußerungen Hayas zur Dressur zum Ausdruck zu bringen.
Die FEI-Präsidentin hatte mangelnde Popularität der Disziplin, interne Kritik und mangelnde Transparenz des Richtens moniert. Prinzessin Haya antwortete mit einem ausführlichen Acht-Punkte-Papier. Schwerster Vorwurf der Präsidentin: Während der Olympischen Spiele in Hongkong hätten vier Ausschuss-Mitglieder - einer davon der Technical Delegate, ein weiterer Mitglied der Jury – mitten in der Nacht mit vier Föderationen nach dem Nationenpreis und vor dem Dressur-Einzelfinale Details des Richtens erörtert. Dabei handelte es sich um die an erster bis vierter Stelle platzierten Nationen.
FEI-Präsidentin Haya fährt harten Kurs.
Foto: Heinz Kieslich
Voraus gegangen war dieser Entwicklung eine Fülle von Meinungsverschiedenheiten. Hollands Dressur-Coach Sjef Janssen hatte bereits vor den Olympischen Spielen die Besetzung der Chefrichter-Position mit dem deutsche O-Richter Gotthilf Riexinger (Reutlingen) moniert. Noch vor dem CSI/ CDI Lyon in Frankreich soll der Niederländer später versucht haben, den Einsatz Riexingers sowie dessen Kollegen Ghislain Fourage (Niederlande) und Mariette Withages beim internationalen Turnier zu verhindern.
Eigens deshalb wurden die drei O-Richter nach Lausanne zur Anhörung vor das so genannte Ethic-Panel gebeten. „Das Panel hat uns von allen im Raum stehenden Vorwürfen frei gesprochen und die Ergebnisse der Anhörung an das Präsidium weitergeleitet,“ bestätigte Withages auf Anfrage.
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