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Mirrio H überholt die Favoriten und holt den Titel

Bundeschampionat sechsjährige Springponys

Warendorf (fn-press). Am Ende kommt es anders als man denkt. Statt der Favoriten stand beim Bundeschampionat der sechsjährigen Springponys zuletzt ein ganz anderer Vierbeiner auf dem Treppchen. Mirrio H, in der Qualifikation auf Platz fünf (Note 7,7), setzte sich mit zwei fehlerfreien, blitzsauberen Umläufen an die Spitze des Feldes. Mit der Wertnotensumme 16,4 holte sich der kleine Rheinländer von Mentos – Poseidon unter seiner Reiterin Jana Deloy (Driesen) den Titel in seiner Klasse. Insgesamt hatten 18 der 25 Starter das Finale erreicht.

Als Favorit war Maurice Tebbel (Emsbüren) an den Start gegangen. Der frisch gebackene Junioren-Mannschaftseuropameister hatte gleich zwei Eisen im Feuer: Hatte er mit Fort Lauderdale die Qualifikation (8,3) gewonnen, blieb das Paar im Finale hinter den Erwartungen und fiel auf den vierten Platz zurück (15,8). Auch für den Holsteiner High Dream N (Züchter Gestüt Nordland und Besitzerin Kerstin Hansen-Baig, Großenwiehe) ging das Finale anders aus. Mit der höchsten Note (8,2) im ersten Umlauf war Reiterin Celina Feddersen (Großenwiehe) mit dem Pony auch im zweiten Umlauf auf Erfolgskurs. Leider fiel am letzten Sprung aber die Stange und der Traum vom Titel zerplatzte kurz vorm Ziel.

Vom Favoritensterben profitierte Jana Deloy mit Mirrio H. Mit der Note 7,7 in der Qualifikation lag er auf Platz fünf in Lauerstellung, um sich im Finale zu steigern, was ihm auch gelang, denn er bekam die Note 8,1 von den Richtern im ersten Final-Umlauf. Peter Teeuwen (Hanstedt), Bundestrainer Springen der Ponyreiter, kommentierte die Leistung so: „Jana hat Mirrio H toll vorgestellt, er steht sicher an den Hilfen und hat ein schnelles Vorderbein. In der Rittigkeit muss er allerdings noch verbessert werden.“ Das war im zweiten Umlauf schon erreicht. Die Note 8,3 erhielt Mirrio H unter anderem für „sicheres an den Hilfen stehen“. Das rheinische Pony ist im Besitz seiner Züchterin Agnes Hennen (Nettetal).

Ebenfalls im Rheinland gezogen ist Massaqua T vom Mentos Charmeur - Veto. Celine Tillmann (Grevenbroich) stellte den auffallend bunten Fuchswallach vor (Züchter und Besitzer Friedhelm Tillmann, Grevenbroich). Er präsentierte sich als starkes Pony, das energisch abfußend, aufmerksam und in guten Rhythmus seine Aufgabe absolvierte, sich vom ersten (8,0) zum zweiten (8,2) Umlauf in der Durchlässigkeit verbessert zeigte und damit Vize-Champion wurde.

Fünf Ponys erreichten den zweiten Umlauf, Don Diabolo unter Ann-Kathrin Dettmer (Frotheim-Isenstedt) hatte es in ansteigender Form unter die letzten Fünf geschafft. Sie lieferte im Finale zwei gleichmäßige Runden mit dem Westfalen von Donchester – FS Maracaibo. Züchter des braunen Hengstes ist Annette Heßling-Lembeck (Stadtlohn), Besitzer Anton Delker (Werl). Der Westfale Don Diabolo ist vorsichtig und aufmerksam, sollte aber nach Meinung der Richter mehr Bascule über dem Sprung zeigen. Auch ist die Balance im Galopp noch zu verbessern. Kreuzgalopp führte zu wenig korrekter Linienführung. Dennoch gab es die Note 8,0 in beiden Umläufen und damit den dritten Platz für das westfälische Paar.

Zwar waren die Noten bei den Ponys nicht besonders hoch, ein „sehr gut“ – also eine 9,0 – wurde kein einziges Mal von den Richtern Helmut Hartmann und Peter Rauert vergeben. Dennoch zeigten die Ponys durchweg die Qualität, die Springponys brauchen. Das hob auch Peter Teeuwen mehrfach hervor. Er lobte die Grundqualität der Ponys und gab den jungen Reiterinnen und Reitern zugleich mit auf den Weg, woran sie noch zu arbeiten haben, um die Ponys weiter nach vorn zu bringen.

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23. Mai 2012

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