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Richter verlieben sich in Die kleine Liebe
Bundeschampionat sechsjährige Dressurponys
Warendorf (fn-press). Die kleine Liebe wurde die ganz große: Beim Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurponys „verliebten“ sich die Richter spontan in die braune Westfalenstute und setzten sie mit der Wertnote 8,7 im Finale an die Spitze.
Mit der dreifachen Junioren-Europameisterin Charlott-Maria Schürmann (Gehrde) im Sattel erhielt sie jeweils 8,5 für alle drei Grundgangarten und zweimal die 9,0 für Durchlässigkeit und die Perspektive als Dressurpony. Die Vizechampionesse des Vorjahres macht damit ihrem Züchter Hans Bockholt (Steinfurt) und ihrem Vater Der feine Lord AT (Mutter v. Nobel) alle Ehre. Besitzerin der charmanten Liebenswerten („Modelliert wie Poetin“, so Kommentator Christoph Hess ist Sabine Lehmann aus Warendorf, die sie auch angeritten und ausgebildet hat. Die kleine Liebe – woher der Name kommt? Für den Landstallmeister a. D. Dr. Gerd Lehmann ist es klar: „Mich hat meine Frau schließlich auch noch.“
Vizechampion 2010 ist mit zwei Zehnteln Rückstand der Falbe Golden Champ (von FS Champion de Luxe-Derbino), gezogen von Anton Münks aus Kempen und im Besitz von Nina Maria Fuchs (Dissen a.T.W.). Die Europameisterin Mali de Saint Fare (Salzkotten) reitet den Wallach seit gut zwei Jahren und stellte ihn jetzt zum ersten Mal beim Bundeschampionat vor. Auch diesem Paar gaben die Richter Kerstin Holthaus, Klaus Ridder und Dr. Dieter Schüle zweimal die 9,0, (für Trab und Perspektive), aber in der Durchlässigkeit (8,0) und im Galopp (8.0) konnte er mit Die kleine Liebe nicht mithalten.
Mit der Bronzemedaille und Wertnote 8,4 verließ Dance Star AT die Championatsbühne in Warendorf. Der braune Hengst von Dressman I – Folklore aus der Zucht und Besitz von Adolf-Theo Schurf nach Bedburg war drei- und vierjährig jeweils Vize-Champion und im vergangenen Jahr Dressur-Champion. Schon im Vorjahr wurde er von Bianca Nowag (Ostbevern) vorgestellt, die damals auch Die kleine Liebe auf Platz zwei pilotiert hatte.
Platz vier belegte Pott’s Blitz WE, der mit Anna-Lisa Theile (Großenkneten) souverän die Qualifikation gewonnen hatte. Dem hübsch gezeichneten braunen Wallach von FS Pour L’Amour – Brillant bescheinigten die Richter eine Zukunft „auf dem internationalen Viereck“. Dreimal 8,5 in den Teilnoten für Trab, Durchlässigkeit und Perspektive berechtigen zu guten Hoffnungen, die jetzt lange von Krankheit übergedeckt gewesen sind. Erst kurz vor der Qualifikation konnte der in Belm bei Dr. Paul und Monika Pottebaum gezogene Wallach wieder ins Geschehen eingreifen. Er gehört Rike Schmoldt in Hude. Die Reiterin Anna-Lisa Theile ist erst 15 und damit eine der jungen Nachwuchsreiterinnen, von denen die Bundestrainerin Cornelia Endres (Dülmen) nicht gleich wieder Abschied nehmen muss, weil sie die Altersgrenze erreicht haben. „Das ist ein Problem, aber das macht den Sport auch spannend“, umreißt die Bundestrainerin ihre Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Reitern, die qualitätsvolle Ponys ausbilden und so vorbereiten können, dass Kinder sie später im Sport „bedienen“ können. „Ich kann sie mir nicht aus dem Ärmel schütteln.“ Auch am Ende dieses Jahres wird sie wieder verlassen werden, unter anderem von Charlott-Maria Schürmann und Mali de Saint Fare, die beide schon den Umstieg ins Großpferdelager geschafft haben. Schürmann mit drei Europameister-Titeln bei der EM in Kronberg. Trotzdem bleibt der Aufruf: Gute junge Reiter/innen – bitte melden!
Dreiundzwanzig sechs Jahre alte Ponys (von 26) stellten sich der Qualifikation. Zehn gingen auf dem Großen Viereck im Finale, wo die gleiche Aufgabe wie bei den fünfjährigen Pferden gefordert war. Zwei kamen über das Kleine Finale, hängten sich dann aber in der Endrunde wieder hinten an. Der Schimmel Simsalabim (ZFdP, von Cinzano’s Son – Nangrando) hatte als Neunter mit Leonie Retzlaff (Busdorf) den glatten Einzug aus der „Quali“ knapp verpasst. Der zweite Nachrücker war der rheinische Wallach Pullmoll unter seiner Reiterin und Besitzerin Michelle Glasmacher (Erftstadt), die vor zwei Jahren noch in der Klasse E unterwegs war. Ein großer Fan Club begleiteten sie und „Pulle“ nach Warendorf, wo das „gut ausgebildete Pony mit drei soliden Grundgangarten“ schließlich Achter wurde. Artige und verlässliche Ponys und Gemeinschaft und Spaß im Kreis von wohlgesinnten Freunden – so soll der Ponysport doch eigentlich sein.
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