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Heidemarie Unterreiner: Die Spanische Hofreitschule krankt

"Wir müssen gegen den Qualitätsverlust kämpfen!"

Wien. "Die Spanische Hofreitschule befindet sich in einer tiefen Krise. Fachleute und Freunde der Spanischen Hofreitschule berichten von einem massiven Qualitätsverlust bei öffentlichen Auftritten, von Maulbluten der Pferde, von Lahmheit und offensichtlichen Reitfehlern. Die Prinzipien der klassischen Dressur werden über Bord geworfen", zeigte Heidemarie Unterreiner, Kultursprecherin der Freiheitlichen Partei Österreich (FPÖ), in einer Pressekonferenz auf.

Man nehme diesen Qualitätsverlust in Kauf, nur um finanzielle Verluste auszugleichen, kritisierte Unterreiner scharf und erörterte weiter: "Man verdoppelt Vorführungen mit dem gleichen Pferdestand und überfordert damit die hochqualifizierten Pferde. Man stellt erfahrene Oberbereiter, die ihr Wissen mündlich tradieren sollen, grundlos dienstfrei und bestellt einen Dressurreiter zum neugeschaffenen "Leiter der Reitbahn", obwohl Dressurreiten und die klassische Schule der Spanischen Hofreitschule so wenig miteinander zu tun haben, wie Bodenturnen mit Ballett."

Es sei das Gebot der Stunde, dass die Spanische Hofreitschule nicht zum Touristenzirkus und zur vulgären Sportdressurstätte in historischen Uniformen verkomme. Man dürfe nicht zuschauen, dass das Kulturgut der Spanischen Hofreitschule verloren geht, so Unterreiner.

"Im Zuge der Ausgliederung im Jahr 2001 habe man zwar die Ziele genau definiert, dabei aber übersehen, dass ein solches Unternehmen, bei der Einhaltung dieser Vorgaben nicht positiv bilanzieren kann. Die derzeitigen Geschäftsführer wollen ein über 400 Jahre gewachsenes Kulturgut, wie ein Unternehmen gewinnbringend führen. Wenn man jedoch das Gestüt Piber, welches für die Zucht der Pferde notwendig ist, als Einheit mit der Spanischen Hofreitschule sieht, ist das nicht möglich. Wir müssen erkennen wie wichtig die kulturhistorische Bedeutung dieser Institution ist und was die Weltmarke "Spanische Hofreitschule" für Österreich bedeutet. Der notwendige finanzielle Aufwand um diese auf höchstem Niveau zu erhalten, steht in keinerlei Verhältnis zu dem Verlust, den ein Ende des Österreichischen Kulturgutes "Spanische Hofreitschule" nach über 430 Jahren darstellen würde", stellte Unterreiner fest.

Die freiheitliche Kultursprecherin fordert daher:

- Für eine Kulturinstitution ersten Ranges müsse seitens der Regierung genug Geld zur Verfügung gestellt werden, wie das im Gesetz vorgesehen ist, damit einerseits die Spanische Hofreitschule ihrer Tradition gerecht weitergeführt werden könne und das Gestüt Piber seiner wichtigen Aufgabe als Zuchtbetrieb nachkommen könne.

- Fachleute, wie die beiden Oberbereiter müssten, so sie nicht wirklich grobe Verfehlungen begangen hätten, sofort wieder eingesetzt werden.

- Die aufgeblasene Führungsebene müsse wieder reduziert werden. Das Gesetz müsse novelliert werden, denn es bedürfe keiner zwei Geschäftsführer.

- Das kulturelle und künstlerische Interesse am Erhalt der Hofreitschule müsste über Konzerninteressen gestellt werden.

- Die über Jahrhunderte perfektionierte Reitkunst gelte es "als unser Kulturerbe und Teil unserer Österreichischen Identität zu schützen".

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23. Mai 2012

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