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Trauerfeier in Verden

Zum Tod von Hans-Heinrich Isenbart

Verden (fn-press). In einer würdevollen Trauerfeier in der Niedersachsenhalle in Verden haben etwa 700 Gäste Hans-Heinrich Isenbart (Kirchlinteln) die letzte Ehre erwiesen. Der Rundfunk- und Fernsehkommentator, Turniersprecher und Journalist war am 25. Dezember 2011 im Alter von 88 Jahren in Hamburg gestorben.

Zu der Trauergemeinde zählten zahlreiche honorige Persönlichkeiten des Pferdesports, der Zucht und des Fernsehens. Der Sarg wurde von einer Ehrengarde flankiert, zu der die Olympiasieger Heike Kemmer und Lars Nieberg gehörten.

Pastor Ulrich Rüß würdigte Hans-Heinrich Isenbart als eine herausragende Persönlichkeit: „Wir nehmen Abschied von einer historischen Gestalt, von einem Mann, der als Sportjournalist und Pferdefreund Geschichte geschrieben hat, der die große Gabe hatte, die Faszination des Reitsports weiter zu tragen.“ Auch Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), hob die Einzigartigkeit Hans-Heinrich Isenbarts hervor: „Deine Stimme hat uns sofort gefangen genommen, Dein Auftreten und Deine Haltung waren einzigartig. Du warst ein Glücksfall für die gesamte Reiterei.“

Tausenden von Pferdefreunden wird „die Stimme des Pferdesports“ für immer in Erinnerung bleiben. Diesen Spitznamen hatte Isenbart zu Recht getragen. Niemand kann so brillant die Faszination Pferd in Worte kleiden, wie er es tat. Und niemand forderte so konsequent verantwortungsvolles Handeln stets im Interesse des Pferdes wie er. Berühmt ist er für seine stetige Mahnung: „Vergessen Sie die Pferde nicht“. Über sechs Jahrzehnte hinweg hatte Hans-Heinrich Isenbart als Rundfunk- und Fernsehkommentator, als Journalist und Turniersprecher Reitsportgeschichte nicht nur miterlebt, sondern auch mitgestaltet.

Am 5. Februar 1923 kam Hans-Heinrich Isenbart als Sohn eines Offiziers und einer Kaufmannstochter in Wien zur Welt. Die Passion für Pferde war ihm durch die familiäre Verbundenheit mit der Reiterei gewissermaßen in die Wiege gelegt. Aufgrund seiner jüdischen Großmutter mütterlicherseits verwehrten ihm die Nationalsozialisten allerdings die in der Familientradition verankerte Offizierslaufbahn. Hans-Heinrich Isenbart studierte Jura und legte die Reitlehrerprüfung ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er zunächst als Politik- und Wirtschaftsjournalist beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk. Anschließend übernahm er die Sportkoordination der ARD in München. Diese Position hatte er bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 1987 inne. Bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm, die als erste über das noch junge Fernsehen ein Millionenpublikum erreichten, berichtete er live und trug den Pferdesport rund um die Welt. In den folgenden Jahrzehnten war Isenbart bei nahezu allen großen Reitsportereignissen präsent. Auch nach seiner Zeit bei der ARD konnte von Ruhestand keine Rede sein. Als unermüdlicher Kommentator, Referent auf ungezählten Seminaren, Tagungen und Kongressen, als Buchautor und Filmemacher blieb Hans-Heinrich Isenbart „die Stimme des Pferdesports“. In Kirchlinteln bei Verden wohnhaft, nahm Isenbart bis zuletzt starken Anteil an allem, was die Faszination Pferd für ihn ausmachte.

Hans-Heinrich Isenbart wurde vielfach geehrt. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung verlieh ihm bereits 1983 das Deutsche Reiterkreuz in Gold. 1997 wurde er mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Das Deutsche Olympiade Komitee für Reiterei ernannt ihn 2001 zu seinem Ehrenmitglied. Zu den Ehrungen zählte unter anderem auch der „Meteor-Preis“ (2008) für seine großen Verdienste um den Pferdesport.

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22. Mai 2012

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