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Rodeo in Köln

Deutscher Tierschutzbund protestiert gegen Volksbelustigung auf Kosten der Tiere

Bonn/Köln. Kommenden Samstag und Sonntag, 19. und 20. Juli 2008, soll in Köln eine Rodeoveranstaltung stattfinden. Der Deutsche Tierschutzbund unterstreicht, dass Rodeos grundsätzlich nichts mit Tierwohl zu tun haben. Das zuständige Veterinäramt in Köln wurde daher aufgefordert, die Veranstaltung nicht zu genehmigen. Insbesondere, weil es in Nordrhein-Westfalen bereits seit September 2005 einen Erlass gibt, der die Disziplinen „Wild Horse Race“ und „Bullenreiten“ untersagt.

„Rodeo ist kein Sport und viele der Tiere leiden. Die Veranstalter und die Stadt Köln sollten sich an wissenschaftlichen Gutachten orientieren. Diese unterstreichen die Tierschutzrelevanz dieser unzeitgemäßen Volksbelustigung auf Kosten der Tiere“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Mit Sporen, Tritten und Schlägen werden die panischen Pferde und Rinder zum Buckeln und Bocken gezwungen.

Die Tiere sind im höchsten Maße Schmerzen, Stress und Angst ausgesetzt. Noch nach Jahren im Showgeschäft zeigen die eingesetzten Tiere keine Gewöhnung, neben völliger Abstumpfung, Nervosität und Abwehrbewegungen, entwickeln einige sogar schwere Verhaltensstörungen. Was dem Zuschauer als Show und Belustigung vorgegaukelt wird, ist für die betreffenden Tiere zumeist mit Leiden verbunden.

Der Gesetzgeber teilt die Position des Deutschen Tierschutzbundes, dass bestimmte bislang bei Rodeoveranstaltungen verwendete Hilfsmittel tierschutzwidrig sind. So bestätigte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg letztes Jahr, dass ein Rodeo-Betreiber vorerst weder Flankengurt noch Sporen bei seinen Veranstaltungen verwenden darf. „Dieses Verbot muss bestehen bleiben und um ein Verbot der schlimmsten Rodeo-Disziplinen wie Wild Horse Race und Bullenreiten ergänzt werden“, so Apel.

Beim „Wild Horse Race“ treten mehrere Teams gegeneinander an. Jeweils drei Cowboys versuchen innerhalb von 90 Sekunden, einem „Wildpferd“ einen Gurt aufzuschnallen und einen Reiter auf das Pferd zu setzen, der dann eine bestimmte Strecke zurücklegen muss. Den Pferden ist bei dieser Disziplin deutlich Stress anzumerken. Teilweise werden Fluchtversuche unternommen, bei denen die Pferde stürzen.

Ebenso steigen Pferde bisweilen so hoch, dass sie sich rückwärts überschlagen. Die überproportional hohe Verletzungsgefahr für die Tiere wird bewusst in Kauf genommen und durch die Auswahl der besonders „sensationellen“ Pferde, die viel steigen und sich wehren, noch gefördert. „Diese vorsätzliche Gefährdung der Tiere ist mit dem Tierschutzgedanken in keiner Weise zu vereinbaren“, stellt Apel fest.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein bundesweites Verbot aller Rodeo-Disziplinen. Die meisten Bundesländer haben bereits einen Erlass für ihr Bundesland herausgegeben, welcher die schlimmsten Disziplinen und Hilfsmittel beim Rodeo verbietet. Eine einheitliche Regelung aller Bundesländer fehlt jedoch bisher und immer wieder werden Erlässe wegen mangelnder Rechtsverbindlichkeit missachtet, moniert der Verband in Bonn. 

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22. Mai 2012

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