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„Manu faktum“ – das Handgemachte: Made in Germany

Erste gläserne Manufaktur kommt aus dem Reitsport

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Krefeld/Kempen. Trotz Wirtschaftskrise, Fachkräftemangel und Pisa gilt „Made in Germany“ weltweit als begehrenswertes Markenzeichen. „Handmade in Germany“ soll es werden, so die Initiative Deutsche Manufakturen, die 2010 von acht Mittelständlern gegründet wurde. Mit dabei die Stübben KG (Krefeld), die seit 1894 Sättel fertigt. Und die setzte nun mit Deutschlands erster gläserner Manufaktur noch einen obenauf.

Mitten im Industriegebiet von Kempen hatte das Familienunternehmen Stübben zur Einweihung ihrer gläsernen Manufaktur eingeladen. Hier kann man verfolgen, wie kompliziert es ist, einen Sattel zu bauen. Denn Sattel ist längst nicht gleich Sattel, und selbst der gleiche Sattel, den man in der angrenzenden Ausstellung bewundern kann, muss in der Praxis ganz unterschiedlich ausfallen. Sind Pferd und/oder Reiter groß und breit, muss das edle Stück ganz anders gebaut sein als für ein Kind oder ein schmales Pferd. Leicht lässt sich ausmalen, wie groß die möglichen Kombinationen von Pferd und Reiter sein können, bei denen am Ende immer eins stimmen muss. Der Sattel muss aufs Pferd passen und den Reiter komfortabel auf das Pferd einwirken lassen. Optimal ist dabei der maßgefertigte Sattel.

Möglich ist dies nur durch Handarbeit, so der Hausherr Ralph Stübben. „Manu faktum“ – das Handgemachte, erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Weg von der Stange hin zum individuellen Stück, ist ein wachsender Trend, wofür immer mehr Geld locker gemacht wird. Mit 150 Mitarbeitern weist der mittelständige Betrieb Stübben immerhin einen Jahresumsatz von 13 Millionen Euro aus. Damit dies so bleibt und auch noch die fünfte Generation ernähren kann, nutzt die Stübben KG Synergieeffekte der Initiative Deutsche Manufakturen, die sich weltweit in Szene setzen. Die Gründungsmitglieder dieser Initiative sind Burmester, die seit 1977 High End Audiosysteme produziert; Klais Orgelbau, in deren Orgelbauwerkstatt The Best of Orgelbau produziert wird, unter anderem auch die Orgel des Kölner Doms; die Königliche Porzellan Manufaktur Berlin, die 1763 von Friedrich dem Großen - auch bekannt als der „Alte Fritz“ - erworben wurde; Poggenpohl Möbelwerke, die 1892 in Bielefeld gegründet wurden; Peter Bock mit seinen Schreibfedern sowie Maßschuhe von Kay Gundlack und die Welter Manufaktur für Wandunikate.

Täglich gibt es neue Anfragen von Unternehmen, die mit dabei sein wollen. Die Messlatte für eine Mitgliedschaft liegt allerdings hoch. Gefordert wird eine Produktion, die überwiegend und produktprägend in Handarbeit und im Standort Deutschland stattfindet. Dabei sollten die Betriebe mindestens zehn Mitarbeiter haben. Der Kundenstamm sollte überregional und international sein, die Produkte zum Premium-Segment gehören. Der Manufaktor-Charakter sollte kommuniziert und vom Kunden wahrgenommen werden, genauso wie der hohe Anspruch an Materialqualität nach dem Motto: Hochwertige Werkstoffe für hochwertige Produkte. Eine individuelle Anfertigung für den einzelnen Kunden sollte Bestandteil des Angebots sein.

Neben dem Sattlerhandwerk sollen bei Stübben ab 2012 regelmäßig hippologische Foren stattfinden. Ein an die gläserne Manufaktur angrenzender Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich macht dies möglich. Kempen wird damit zu einem Standort, der mit Handmade in Germany international nicht nur für den Reitsport wirbt.

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22. Mai 2012

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