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Wissenschaftliche Untersuchung zur Kennzeichnung von Fohlen unter Tierschutzgesichtspunkten

Freiburg. Aufgrund der kontroversen Diskussion um die Heißbrandkennzeichnung der Pferde, die sich bis auf die Ebene der Rechtsprechung ausgeweitet hat, soll nach geeigneten Alternativen gesucht werden, die tierschonender sind, aber dennoch den Erfordernissen der Praxis an die Tierkennzeichnung entsprechen. Obwohl die Transponderkennzeichnung als mögliche Alternative in diesbezüglichen Gerichtsbeschlüssen angesprochen und von einigen Pferdezuchtverbänden bereits zur Kennzeichnung eingesetzt wird, ist nicht bekannt, ob dieses Verfahren weniger belastend ist als die Kennzeichnung mittels Brand.

Es sollte überprüft werden, ob die Kennzeichnung der Fohlen mittels Brand oder mittels Transponder weniger belastend ist. Außerdem interessiert die Frage, ob die Transponderkennzeichnung auch für große Tierzahlen ein praxistaugliches Verfahren darstellt.

Untersuchungsmethode

Mit Verhaltensbeobachtungen, Erfassung von Herz- und Atemfrequenzen und klinischer Untersuchung der Kennzeichnungsstelle an 18 Fohlen des Haupt- und Landgestüts Marbach wurden die Fragen zur Belastung von Fohlen infolge Kennzeichnung mit Transponder im Vergleich zur Kennzeichnung durch Heißbrand und zu einer nichtgekennzeichneten Kontrollgruppe angegangen. Hinsichtlich der Frage der Praktikabilität der Kennzeichnung mit Transpondern wurde die Zeit erfasst, die für dieses Kennzeichnungsverfahren im Vergleich zum Heißbrand erforderlich ist. Außerdem wurde die Lesbarkeit der Kennzeichnungen zu mehreren Zeitpunkten überprüft.

Ergebnis

Die Untersuchung lässt den Schluss zu, dass bei ordnungsgemäßer Durchführung weder durch die Transponderkennzeichnung noch durch den Heißbrand eine erhebliche oder länger andauernde Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Fohlen verursacht wird. Der Kennzeichnungsvorgang selbst stellte sich allerdings beim Heißbrand schmerzhafter dar als bei der Transponderimplantation.

Hinsichtlich der praktischen Anwendbarkeit der Transponderkennzeichnung bestehen keine Nachteile gegenüber dem Heißbrand. Die Lesbarkeit der Transponderkennzeichnung ist mit Hilfe eines kompatiblen Lesegerätes ohne Probleme möglich, während die Lesbarkeit der Brandkennzeichnung bei Pferden im Winterfell ohne weitergehende Maßnahmen nicht möglich ist.

Konsequenzen für die Praxis

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass aus der Sicht des Tierschutzes und der Praktikabilität der Transpondereinsatz beim Pferd eine geeignete Alternative zum Heißbrand darstellt und auch bei einem großen Tieraufkommen ohne Nachteile möglich sein sollte. Lediglich die bei der Tierart Pferd zu fordernden hygienischen Anforderungen bedürfen noch einer weiteren Klärung. Außerdem sollte die in Aussicht gestellte Normierung der Transponder baldmöglichst erfolgen, damit ein international einheitliches und dann erwartungsgemäß auch preisgünstigeres Verfahren zur Kennzeichnung von Pferden zur Verfügung steht.

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22. Mai 2012

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