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Pferdeseuche: Infektiöse Anämie im Kreis Kulmbach
Kulmbach. In zwei Pferdebeständen im Landkreis Kulmbach (Bayern) wurde bei insgesamt sechs Tieren die anzeigepflichtige Tierseuche Equine Infektiöse Anämie (ansteckende Blutarmut der Einhufer) festgestellt.
Das hat das Veterinäramt in Kulmbach gestern bekannt gegeben. Die Bestände wurden gesperrt. Ein infiziertes Pferd zeigte deutliche klinische Symptome wie Mattigkeit, Fieber sowie starke Ödembildungen in den Extremitäten und am Unterbauch. Dieses Tier wurde gemäß den rechtlichen Vorschriften am 29.12.2009 eingeschläfert. Alle weiteren in diesen Pferdeställen untergebrachten Pferde, insgesamt 61 Tiere, sowie weitere drei Pferde in Kontaktbetrieben wurden vom Veterinäramt Kulmbach untersucht.
Die Untersuchungen in den Kontaktbetrieben ergaben negative Ergebnisse. Nach der Verordnung zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut der Einhufer mussten weitere fünf Pferde, bei denen die Infektion nachgewiesen wurde, euthanasiert werden. Die epidemiologischen Ermittlungen zu den Einschleppungsursachen dauern noch an, so das Veterinäramt des Landkreises.
Stichwort: Infektiöse Blutarmut der Einhufer
Was ist die infektiöse Blutarmut der Einhufer?
Nur Tiere der Familie Equidae (Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel) sind für diese Viruserkrankung empfänglich. Menschen werden nicht gefährdet.
Die Verbreitung der EIA ist weltweit. Virusträger und blutsaugenden Insekten (Vektoren) können die Erkrankung übertragen. Hauptsächlich kommen Bremsen in Frage, weniger Mücken und Fliegen. Die Krankheit verläuft akut, chronisch oder inapparent, wobei die klinischen Symptome je nach auftretender Form variieren.
Der Ursprung der Erkrankung liegt in Sumpfgebieten der USA, Kanada, Teile von Süd und Zentral Amerika, Süd Afrika und Nord Australien.
In Deutschland traten vereinzelte Fälle auch in Bayern, NRW und Hessen auf, sie erstreckten sich glücklicherweise nur auf wenige Tiere. Auslöser waren importierte Pferde aus Osteuropa und Russland.
Wie erkennt man die infektiöse Blutarmut der Einhufer?
Die Krankheitsbild umfasst nur allgemeine Symptome, die je nach Verlaufsform (akut, chronisch, inapparent) unterschiedlich stark ausgeprägt sind:
- Gerötete Augen mit wässrigem Ausfluss
- Blasse oder gelbe Schleimhäute (Anämie)
- Blutungen in den Schleimhäuten
- Schwäche, Gewichtsverlust, Schwellungen an Gliedmassen und Bauch (Oedema)
- Aborte
- Unfruchtbarkeit
- Ataxie
- Kolik
- Fieber bis zu 41°C
- Futterverweigerung
- Blut in den Pferdeäpfeln
Tiere, die symptomlos erkranken, sind lebenslange Träger des Virus und eine ständige Ansteckungsgefahr für andere Equiden.
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