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Der galoppierende Wahnsinn - Schilda auf der Frankfurter Rennbahn
Kommentar: Nach dem Zockermotto Sekt oder Selters ...

Zoff auf der „Rennbahn-Baustelle“.
Foto: PferdeSportZeitung.de
Frankfurt am Main. Die Skyline von Frankfurt ist wohl eine der imposantesten Kulissen von Deutschlands Rennbahnen. Das Geschäft auf der Rennbahn der Finanzmetropole dümpelt allerdings seit Jahren vor sich hin. Da wurde ein Rennverein aufgelöst, der dann mit teilweise alter Besetzung wieder auftauchte. Da geht’s um Pleiten, Pech und Pannen. Auf der Frankfurter Rennbahn scheint seit Jahren Geld mutmaßlich vernichtet zu werden und das nicht nur am Totalisator.
Um das brachliegende Renngeschäft zu beleben, wurde 2011 eine niegelnagelneue Trainingsbahn in Auftrag gegeben. Aus Sand sollte sie sein und damit allwettertauglich, um die Trainingsbedingungen zu verbessern. Das Ziel war mit optimalen Vorraussetzungen neue Pferdebesitzer und Trainer anzulocken, die Geld in die Kassen spülen und mit Spitzenpferden und Topleistungen das Image und Renngeschäft der Finanzmetropole ankurbeln sollten. Das Beste vom Besten sollte hier an den Start unterstützt mit öffentlichen Geldern.
- Die Frankfurter Rundschau titelte zu dem Thema: „Streit im Stall“ - der Link zum Artikel.
Das Ergebnis war desaströs. Der erstrebte Weltstandard entpuppte sich als Sand- und Steinwüste für viel Geld. Die Fronten zwischen Trainern, Jockeys und Besitzern auf der einen Seite sowie des Rennbahnvereins verhärteten sich. Öffentlich, unter Beteiligung der Presse, wurde der Zustand der Rennbahn diskutiert. Ein Sachverständiger aus Nordrhein-Westfalen wurde beauftragt, der bei einem öffentlichen Termin Proben nahm. Das Ergebnis lässt bis heute auf sich warten. Angeblich liegt das Gutachten noch nicht vor. Nach Informationen der PferdSportZeitung.de ist dies nicht wahr. Der beauftragte Gutachter erklärte gegenüber der PferdeSportZeitung.de, das Gutachten wurde längst abgeliefert. Eine unklare Situation, warum wird das Gutachten zurückgehalten? Der Grund dafür könnte sich in zwei weiteren Gutachten, die von einem Pferdebesitzer aus Eigeninitiative in Auftrag gegeben wurden, wieder finden.
Danach wurde ein billiger Sand verbaut, der einerseits die aufwendige Drainage außer Kraft setzt und andererseits so viele Steine beinhaltet, dass Pferde geschädigt werden könnten. Dazu kommt, dass das, was eine Trainingsrennbahn ausmacht, nämlich die Simulation unterschiedlicher Geläufbedingungen, nicht möglich ist, und dass durch falschen Aufbau und Pflege das Training zum Vabanquespiel wird - nach de, Zockermotto: Sekt oder Selters. Von Weltstandard scheint das, was in Frankfurt gebaut, wurde, meilenweit entfernt zu sein. Der erste Pferdebesitzer samt Trainer ist bereits mit seinen Pferden abgewandert.
- Dazu die Frankfurter Rundschau: „Steinig oder nicht“ - der Link zum Artikel.
Fragen über Fragen tauchen an unterschiedlichste Behörden auf. Zum Beispiel: Warum darf auf einer solchen Rennbahn mit Höchsttempo trainiert werden? Warum wurde ein Sand, der eine Drainagewirkung komplett außer Kraft setzt, genehmigt bzw. abgenommen? Wie konnte es passieren, dass Textilien in einen Sand eingebaut wurden, die offenbar für den Verwendungszweck überhaupt keine Zulassung haben und nun durch die Landschaft fliegen und/oder sogar Boden, Wasser und die Lungen von Mensch und Pferd belasten könnten?
Anfragen der PferdeSportZeitung.de, unter anderem an den Betreiber der Bahn, blieben bisher unbeantwortet. Interessant in diesem Zusammenhang ist natürlich auch, wo das Geld blieb, dass für Weltstandard ausgegeben werden sollte und für das man einen Sandacker bekam.
Laut einer Information soll sich derzeit die Industrie- und Handelskammer (IHK) mit dem Fall beschäftigen.
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