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Bundeschampionate: Miserable Pressearbeit - Wertnote 1,0

KOMMENTAR: Die wichtigste Sport-Zuchtveranstaltung Deutschlands im FN-Presseticker schlecht „verkauft“

Ob Beten noch helfen kann? Georg Ettwig, Leiter der FN-Abteilung Marketing und Kommunikation.
Foto: Raimund Hesse

Warendorf. Laut einer Tageszeitung aus dem Münsterland sind die Veranstalter der Bundeschampionate - dem Schaufenster der Pferdezucht in Deutschland - so richtig zufrieden. Für die so genannte positive Bilanzierung stehen die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. FN als Veranstalter und eine Vermarktungsagentur sowie der neue Titelsponsor, der sein Firmenkürzel als Namenszusatz vor „Bundeschampionate“ platzieren durfte. Über den Stellenwert dieser Veranstaltung kann man geteilter Meinung sein, im Grunde ist es mehr oder weniger eine gewaltige Materialschlacht, die dennoch in der bundesweiten Züchterschaft einen jährlichen Hype ausruft. Und wenn so ein Hype angesagt ist, erwartet doch man vom Veranstalter ein entsprechendes Informationsaufkommen, beispielsweise über die Internetseite des Verbandes einerseits, und andererseits über die eigens geschaffene Website dieser Veranstaltung. Wer hier während der Veranstaltungstage etwas suchte, suchte vergebens.

Außer der allgemeinen Ergebnisübersicht am Tag (!) nach der Veranstaltung brachte die Pressestelle der Deutschen Reiterlichen Vereinigung aktuell nicht viel auf die Beine. Die FN-Startseite im Internet blieb in Sachen Tagesberichte aus den einzelnen Sportsegmenten der Bundeschampionate total unterbelichtet - keine einzige Zeile über dieses ach so wichtige sport-züchterische Ereignis, dem Schaufenster der Pferdezucht in Deutschland. Auf der nett kreierten Internetseite der Veranstaltung nur die üblichen Informationen aus dem Umfeld der Veranstaltung. Und wer wollte, konnte zwar einzelne Ergebnisse nachzulesen, dazu ergänzend die dazu gehörenden Starterlisten. Sogar die Hausagentur des Vermarkters hatte zu den Tagesereignissen nicht viel zu melden. Ein Lob dafür an die Internetredaktionen der Fachzeitschriften REITER REVUE und ST. GEORG, dort war tagesaktuell etwas zu erfahren.

Warum der Pressestab der Deutschen Reiterlichen Vereinigung nicht in der Lage war, die Championatstage aktuell medienmäßig zu begleiten, wird wohl eines der „Geheimnisse“ der Abteilung Marketing und Kommunikation bleiben - immerhin werden dort laut FN-Internetseite 13 Personen beschäftigt, einschließlich des Leiters Georg Ettwig. In einem normalen Wirtschafts- oder Industrieunternehmen wäre so eine miserable Außendarstellung vermutlich der Grund für eine Abmahnung, wenn nicht sogar kündigungsfähig.

Hat man eigentlich in der Abteilung Marketing und Kommunikation immer noch nicht begriffen, was die Uhr geschlagen hat? Oder hat man sich vom „stillen Sterben“ der damaligen Servicecard für Reiter, die mit einem mutmaßlichen Minusbetrag an der Millionengrenze zu Buche schlug, immer noch nicht erholt? Oder wird etwa eine neue Strategie in der Schublade gebunkert, die am Tage X aus der Versenkung gehoben wird und dann als die neue Zukunft in Sachen Marketing und Kommunikation FN auftaucht? Welche Zukunft? Zukunft ist in Ordnung, wenn man die Gegenwart im Griff hat. Und diese Gegenwart, auch wenn diese Veranstaltung schon zur Vergangenheit zählt, hatte man - sprich die Pressestelle der FN - nicht im Griff.

Schade, denn hier wurde einmal mehr eine Chance vertan, ein medienattraktives Ereignis - das Schaufenster der Pferdezucht in Deutschland - zielgruppengerecht zu platzieren. Die neue Initiative „VORREITER DEUTSCHLAND“ verkommt somit zur Lachnummer. In der Schule hieß es: Thema verfehlt, setzen und weiterschlafen.

Ein schwacher Trost wird die Nachberichterstattung im Pressedienst „fn-aktuell“ sein, die Veröffentlichung allerdings erst nach der Veranstaltung. Der guten Ordnung halber der Hinweis, dass der FN-Pressedienst in der Regel nur an Redaktionen verschickt wird, dazu gehören auch Tageszeitungen, die vermutlich nicht das Thema Bundeschampionate aufgreifen - so viel zum Thema Nachhaltigkeit oder Effizienz einer gut bezahlten Abteilung.

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21. Mai 2012

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