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KOMMENTAR: Deutscher Dressurmeister Rath „klaute“ Gal’sche Kür
Oh, wie PEINLICH: Was könnten Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg (CSU), Silvana Koch-Mehring (FDP) und Matthias Alexander Rath gemeinsam haben?

Beim Schummeln erwischt: (v.l.) Matthias Alexander Rath, Silvana Koch-Mehring und Karl-Theodor zu Guttenberg.
Foto: equipic
Balve/Kronberg. „Lieber Gott, wirf Hirn herunter“ - mehr fällt einem dazu nicht ein, um es einmal im Sinne des Volksmunds zu sagen. Matthias Alexander Rath (Kronberg) ritt auf Totilas bei den Deutschen Meisterschaften 2011 in Balve am letzten Turniertag eine (zunächst) grandios wirkende Kür. Jubel über Jubel nach dem Ritt, der von gutgläubigen Richtern mit der Höchstnote von 85,650 Prozentpunkten „belohnt“ und in diversen Medien als das große Wunder von Balve gefeiert wurde - als hätte die Welt sonst keine Sorgen mehr. Sogar Vater und Trainer Klaus Martin Rath konnte bei der Siegerehrung seine Tränen der Rührung nicht zurück halten. Oder waren es schon Tränen der Scham? Wieso Scham? Wer hätte an diesem „historischen hippologischen Tag“ daran gedacht, dass ein paar Stunden später auf der Internetplattform www.topdressage.tv ein Video mit einer gewissen Pikanterie zu sehen ist, das erst einmal sprachlos macht. Richtig, sprachlos!
Hinweis:Den bis heute Mittag gesetzten Direktlink auf das Video Rath/Gal haben wir entfernt, die Firma Horse Media Solutions GmbH (clipmyhorse.de), Wiesbaden, hat ihre Rechte auf die Aufnahmen von der Balver Dressur-Kür angemeldet - was rechtlich in Ordnung ist. Die Rechtsanwältin von Horse Media Solutions GmbH wird versuchen, die ladungsmässige Adresse des Internetportals www.topdressage.tv zu ermitteln, damit weitere juristische Schritte wegen Urheberrechtsverletzung eingeleitet werden. Der Betreiber von www.topdressage.tv wohnt in Holland, der Server steht in der Nähe von Salt Lake City (Utah/USA) und die Domain mit der Endung .TV wird in Tuvalu, Inselstaat im Stillen Ozean, verwaltet. Etwas schwierig, die zuständigen Stellen in Tuvalu geben generell keine Auskunft über Inhaber von Internetseiten. Und in den USA ist das Urheberrecht ein dehnbarer Begriff. |
Besagtes Video zeigt klar und eindeutig, dass Reiter Rath die gleiche Kür abgespult hat wie ein gewisser Edward Gal (NED) mit Totilas bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky (USA). Zur Erinnerung: Gal gewann drei Weltmeisterschafts-Titel. Der Hengst wurde dann nach Kentucky von Pferdehändler Paul Schockemöhle (Mühlen) für einen millionenschweren Betrag gekauft, der dann später Ann Kathrin Linsenhoff (Kronberg) als Mitbesitzerin ins Boot nahm. Linsenhoff ist die Stiefmutter von Rath.
Zur „Entschuldigung“ lässt der Plagiats-Reiter gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) verlauten, dass „seine“ Kür und die von Gal „sehr ähnlich sind“. Rath scheint es auch mit den Augen zu haben, es ist keine ähnliche Kür, es ist eine spiegelverkehrt gerittene Kür. Ergänzend weist Rath auf die Tatsache hin, dass „Jeder“ weiß, wie lange die Komposition einer Kürmusik dauert, die ein bekannter Discjockey kreiert hat, oder so was ähnliches. Also, „Jeder“ weiß es. Jeder Bäcker, jeder Schuster und jeder X-beliebige auf der Strasse wissen es. Gut zu wissen, dass man die Öffentlichkeit für blöde hält. Auf seiner Homepage wird erklärt, dass jene Komposition drei Wochen dauerte. Nun könnte dass Argument folgen, dass man in drei Wochen an einer eigenen Kür arbeiten kann, Aber eine fertige Arbeit zu übernehmen ist natürlich einfacher.
Das mediale aufgebauschte Glanzfell des einstigen WM-Pferdes Totilas hat nun eine matte Patina bekommen - nur ist dem Hengst diese peinlichen Nummer nicht anzulasten, er ist nur das Instrument einer beispiellosen Täuschung der Öffentlichkeit.
Wie es Plagiatssündern ergeht, ist seit den Täuschungsskandalen der Politiker zu Guttenberg und Koch-Mehrin bekannt. Dort wurde auch gelogen, bis sich die sprichwörtlichen Balken gebogen haben. Hätte klappen können, hat aber nicht geklappt.
Und hier ist die Frage erlaubt, in wie weit Kaderreiter Rath überhaupt noch als Equipereiter beim Aachener CHIO und eventuell bei der Europameisterschaft Dressur in Rotterdam in Frage kommt. Unabhängig vom aussergewöhnlichen Leistungsvermögen des Hengstes Totilas (Verdienste unter Edward Gal) kann so eine plumpe und dreiste Täuschung nicht ohne Konsequenzen bleiben. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung ist nun unter Druck geraten, der Bundestrainer Dressur, Holger Schmezer, sowieso - er wusste von der krummen Nummer und hatte dafür sogar Verständnis. Nachzulesen in der dpa-Meldung: „Das ist nicht verboten.“ Mag sein, dass es nicht verboten ist, aber es ist verwerflich. Besonders dann, wenn im Hause FN die Messlatte für tadelloses Verhalten und Benehmen der Kaderreiter ziemlich hoch liegt.
Immerhin wird der Plagiats-Akt Rath/Totilas nun für viel Werbung im Vorfeld des CHIO Aachen sorgen - allerdings im Umkehrschluss. Ob CHIO-Vermarkter Michael Mronz, der mit seiner Firma auch die Totilas-Vermarktung übernommen hat, darüber glücklich ist, ist zunächst einmal in Zweifel zu ziehen. Wie will Mronz einem potentiellen Sponsor das „Traumpaar Rath / Totilas“ mit dieser Peinlichkeit verkaufen? Wäre Rath konsequent, würde er auf einen Start im Aachener Nationenpreis verzichten, etwas mehr Demut zeigen und die Aktion als blöd gelaufen abhaken. Seine jüngsten DM-Titel wirken alles andere als ruhmvoll. Ein trauriges wie schamvolles Kapitel des deutschen Reitsportes.
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