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Springen: Marco Kutscher unter Dopingverdacht

Riesenbeck. Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL wird in seiner Ausgabe vom 4. Mai 2009 berichten, dass der Olympiareiter von Hongkong 2008 Marco Kutscher (Riesenbeck), Angestellter im Springstall Ludger Beerbaum, unter Dopingverdacht steht!

Kutschers Olympiapferd Cornet Obolensky bekam in Hongkong Arnika und Lactanase gespritzt, in Gegenwart des deutschen Mannschaftstierarztes Dr. Björn Nolting. Nach der Injektion kollabierte der Hengst, die Ursache ist derzeit nicht bekannt. Gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) erklärte FN-Tierarzt Dr. Michael Düe, dass Lactanase ein Mittel für die Anregung des Muskelstoffwechsels ist, und nicht harmlos sei. Düe wird zitiert, dass man wissen muss, was gespritzt wird und die Injektion darf nicht daneben gehen.

Laut einem belgischen Internetportal, dessen Betreiber diverse Arzneimittel für Pferde anbietet, wird Lactanase wie folgt umschrieben: „Das Produkt führt dem Pferd alle Substanzen zu, die es für den optimalen Ablauf einer Reihe von Stoffwechselvorgängen braucht. Jene verringern die Ansammlung von Laktat in Blut und Muskelgewebe. Anwendung: Vor einem Wettkampf je eine Spritze 24 Stunden und 3 Stunden vor Beginn der Leistungsanforderung. Zur vorsorglichen Versorgung: wöchentlich eine Spritze. Ratschlag Tierarzt: Kein Positiv-Ergebnis bei Doping-Tests. Preis 18,10 Euro.“

Kutscher hat mittlerweile bestätigt, dass sein Hengst in Hongkong mit den Mitteln behandelt wurde, jedoch weiß er nicht, ob die Medikation angemeldet war. Anzunehmen ist, dass Dr. Nolting als verantwortlicher Mannschaftsarzt alle erforderlichen Maßnahmen getroffen hat, nämlich die ordnungsgemäße Meldung bei der FEI-Veterinärkommission. Sollte keine Anmeldung erfolgt sein, dann dürfte es für Nolting und Kutscher ein wenig eng werden.

Um der Gerechtigkeit willen ist dann davon auszugehen, dass die Deutsche Reiterliche Vereinigung eine ebenso „harte Kante“ anwenden wird wie im Fall Christian Ahlmann, bei einer Kontrolle wurde in Hongkong das Mittel Capsaicin  bei Olympiapferd Cöster gefunden. Ahlmann wurde noch während der Spiele suspendiert, erhielt eine Turniersperre von acht Monaten und wurde von der FN für zwei Jahre aus dem Championatskader ausgeschlossen.

Während der FN-Jahrestagung in Nürnberg soll der vermutlich durch einen „Zufall“ bekannt gewordene Dopingverdacht heiß diskutiert worden sein. Hatte doch viele Funktionäre seinerzeit im Fall Ahlmann scharfe Geschütze aufgefahren, blieb die Funktionärsebene des deutschen Reitsports erstaunlich ruhig.

Selbst in Mannheim, derzeitiger Austragungsort des Mannheimer Maimarktturniers, gab es so gut wie keine Reaktion, selbst die örtliche Tageszeitung, der Mannheimer Morgen, brachte im Internetportal www.morgenweb.de keine entsprechende Meldung. Auch von Turnierchef Peter Hofmann, u.a. Vorsitzender im DOKR-Springausschuss, kam noch keine Mitteilung, wie er nun den Fall sieht, in Hongkong war der Mannheimer Jurist mit seiner Meinung etwas forscher: „Es ist eine Katastrophe, daran lässt sich nicht rütteln. Man darf gar nicht an mögliche Konsequenzen denken, die sich daraus ergeben könnten.“

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21. Mai 2012

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