Banner

Wer ist online?

Wir haben 753 Gäste online
Guten Abend und herzlich willkommen!

Letzte Beiträge

Sie sind hier > Startseite Doping/Verb. Medikation Fall FN "Sauberer Pferdesport": DOSB-Kommission Reiten legt Abschlussbericht vor

"Sauberer Pferdesport": DOSB-Kommission Reiten legt Abschlussbericht vor

Pressekonferenz der so genannten Steiner-Kommission: (v.l.) Prof. Dr. Erich Klug, Dr. Heinz Faßbender, Prof. Dr. Udo Steiner, FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau und FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach.
Foto: Raimund Hesse

Warendorf (fn-press). "Im deutschen Pferdesport gibt es keinen Flächenbrand, sondern nur einzelne Brandherde." So lautete eine der Kernaussagen einer unabhängigen Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die in den letzten Monaten Reiter und Funktionäre hinsichtlich ihrer Einstellung und ihres Verhaltens befragt und die Situation im Spitzensport analysiert hat. Grund waren die Manipulationsvorwürfe im Pferdespitzensport seit den Olympischen Spielen in Hongkong. Heute stellte die Kommission ihren Abschlussbericht im Rahmen einer Pressekonferenz in Warendorf vor.

Der Vorsitzende der DOSB-Kommission, Professor Dr. em. Udo Steiner, begrüßte die bereits von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) bei ihrer Präsidiumssitzung am 2. September definierten Maßnahmen für einen sauberen Sport. Dabei betonte er, dass der deutsche Reitsport im Kaderbereich nicht strukturell unredlich sei. Deshalb empfahl die Kommission in vier Fällen - Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Marco Kutscher (Riesenbeck), Daniel Deußer (Valkenswaard/NED) und Rene Tebbel (Emsbüren) - die Aufnahme der angehörten Personen in einen Kader mit Auflagen.

Stille Einkehr? Auf jeden Fall ein aufmerksamer Zuhörer beim Verlesen des Abschlussberichtes der Steiner-Kommission, FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach.
Foto: Raimund Hesse

Im Fall Isabell Werth empfahl die Kommssion eine einjährige Kadersperre beginnend ab ihrer Suspendierung am 23. Juni 2009. In der Begründung heißt es: "Für die Kommission war dabei ausschlaggebend, dass das Pferd von Frau Werth gedopt wurde, und dies mit einem Mittel, dessen Anwendung nach medizinischer Einschätzung des FEI-Tribunals für das Pferd mit gesundheitlichen Gefahren verbunden war. Die Empfehlung steht unter dem Vorbehalt, dass die Entscheidung des Tribunals der FEI bestandskräftig wird." FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach kommentierte die Empfehlung wie folgt: "Wir haben gesagt, dass wir die Kaderempfehlung der Kommission beherzigen werden. Und das tun wir jetzt auch."

Die bereits vom FN-Präsidium definierten Maßnahmen wie

  • Verschärfung des Strafrahmens bei Dopingverstößen
  • Verschärfung der Kader- und Championatsbestimmungen
  • Einführung einer Schiedsvereinbarung für Spitzenreiter
  • Unterwerfung der Tierärzte unter Regelwerk und Rechtssystem
  • Automatische Sperre von Pferden bei Dopingverstößen
  • Einführung von Trainingskontrollen für Kaderpferde
  • Einführung eines Stallbuches für Kaderpferde
  • Verbesserung nationaler Wettkampfkontrollen durch Schaffung von Kontrollteams
  • Erhöhung der Zahl nationaler Wettkampfkontrollen
  • Ausbau des Schulungsprogramms zur Dopingprävention
  • Änderung der Zuständigkeit bei Kaderausschluss aus nichtsportlichen Gründen: bisher DOKR-Disziplinausschuss, zukünftig DOKR-Vorstand

ergänzte die Kommission vor allem um folgende Punkte:

  • Grundsätzlicher Erhalt der Null-Toleranz-Lösung, d.h. im Wettkampf muss das Pferd frei von Substanzen sein.
  • Einführung von Wirksamkeitsgrenzen für ausgesuchte Substanzen. Dies ist mit einem hohen Forschungsaufwand verbunden und deshalb nur schrittweise umzusetzen.
  • Möglichkeit zur Durchführung von turniernahen Schnelltests auf zu listende Stoffe in akkreditierten und zertifizierten Analyselaboratorien.
  •  Einführung einer FN-Abteilung "Sicherheit und Ordnung", die neben den Trainingskontrollen auch die gesamte Ermittlungstätigkeit im Doping-, Manipulations- und Ordnungsbereich übernehmen soll.

FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau begrüßte, dass die eingeleiteten Maßnahmen des Verbandes und die Empfehlungen der DOSB-Kommission weitgehend übereinstimmen: "Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Zu den zusätzlichen Empfehlungen sagte er: "Die vorgeschlagene Null-Tolleranz-Lösung kommt unserer Vorstellung von gesunden und unmanipulierten Pferden im Wettkampf entgegen. Nichtsdestotrotz ist unser Ziel eine Harmonisierung des nationalen und internationalen Regelwerks, aber nicht um jeden Preis." Die FN wird daher zunächst die Vorschläge zum FEI-Regelwerk abwarten, bevor das eigene Regelwerk für 2010 endgültig verabschiedet wird. "Natürlich bieten wir der FEI weiterhin unsere volle Unterstützung bei der Erarbeitung der neuen Regeln an", so Sönke Lauterbach.

Dr. Heinz Faßbender (r.) im Gespräch mit WDR-Mitarbeiter Hubert Schulze-Hobeling.
Foto: Raimund Hesse

"Die Empfehlung zur Einführung einer FN-Abteilung 'Sicherheit und Ordnung' und die damit verbundenen strukturellen Änderungen bedürfen noch einer intensiven Beratung und Abstimmung innerhalb des Gesamtverbandes", kennzeichnete der FN-Präsident das weitere Vorgehen.

FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau im Gespräch mit Kim Kreling vom Internet-TV-Sender CPM24.
Foto: Raimund Hesse

Den vollständigen Abschlussbericht der DOSB-Kommission stellt die FN zum Download (PDF/4,2 MB) zur Verfügung: www.pferd-aktuell.de/Anlage80956/AbschlussberichtDOSB-Kommission.pdf

 

Kommentar schreiben

Nachstehend haben Sie die Möglichkeit, den oben stehenden Beitrag zu kommentieren - sagen Sie dazu Ihre Meinung.

Beim Eintragungsfeld "NAME" reicht Ihr Vorname.

Ihre einzutragende E-Mail-Adresse wird nicht mit-veröffentlicht.

Wir weisen daraufhin, dass neben dem Eintragungsdatum und der Uhrzeit auch Ihre IP-Adresse gespeichert werden. Diese Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Bitte bleiben Sie sachlich. Wir behalten uns vor, beleidigende oder rechtsrelevante Texte zu kürzen bzw. zu entfernen.


Sicherheitscode
Aktualisieren

18. Mai 2012

Kostenlos: PDF-Special

Banner
Banner

PDF-Newsletter-Service

Sie möchten regelmäßig über Themen auf PferdeSportzeitung_de über unseren Newsletter-Service informiert werden? Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter - OHNE jede Verpflichtung. Bitte nachstehend Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse eintragen und auf Newsletter ANMELDEN klicken. Die Nutzungsbedingungen (AGB Newsletter) müssen bestätigt werden.
Nutzungsbedingungen